Werk der Barmherzigkeit: Ich nehme dich an

Ich war fremd und obdachlos
und ihr habt mich aufgenommen;
ich war nackt
und ihr habt mir Kleidung gegeben

Matthäus 25,35f

Menschen heute und jetzt Ansehen zu geben und Annahme zu schenken, verdeutlicht dieses Zeichen der Barmherzigkeit. Dabei ist es gar nicht einfach, sich von Gott und vom Nächsten beschenken zu lassen. Es heißt ja, den Gedanken zuzulassen, dass die eigene Ortlosigkeit und das Fehlen einer bergenden Hülle so offenkundig sind, dass ich helfend darauf angesprochen werde. Andererseits kostet es Überwindung und Mut, auf Menschen in Ausnahmesituationen zuzugehen und mit ihnen Obdach zu teilen, weil ich mich damit auch verletzbar mache. Ein biblisches Bild für die vorbehaltlose Annahme ist das Gleichnis vom barmherzigen Vater.

Zwei Aspekte werden als leibliche Werke der Barmherzigkeit besonders betrachtet:
Was es bedeutet, Fremde aufzunehmen, ist in diesen Tagen durch die große Zahl der Flüchtlinge allen bekannt. Es verlangt mehr, als ein Bett und ein Dach über dem Kopf zu verschaffen. Fremde zu beherbergen und ihnen Heimat zu geben, prägt die biblische Geschichte und die Geschichte der Kirche. In der Regel des Hl. Benedikt (5. Jh.) werden die Mönche erinnert: „Alle Fremden, die kommen, sollen aufgenommen werden wie Christus“ (Nr. 53,1).
Alles beginnt mit der Zuwendung zum Notleidenden. Es kommt darauf an, wie ich ihn anschaue und ob ich seine Bedürfnisse erkenne. Der erste Schritt auf ihn zu, getragen von einer inneren Haltung der Barmherzigkeit, bewahrt ihm seine Würde, selbst wenn er nackt ist.

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