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Impuls Frühling – Frühsommer 26.05. – 28.06.2026

Es gibt Wege, die wir aus eigener Kraft nicht „hinüber“ schaffen. Doch wir sind nicht allein: Jesus Christus verbindet Gott und Menschen.

Viola Heckenmueller

Liebe Leserinnen, liebe Leser,

wir sehen auf dem Bild eine alte Brücke. Was darunter liegt, wissen wir nicht. Vielleicht ein Fluss, vielleicht ein tiefer Graben. Klar ist: Sie verbindet zwei Seiten und macht einen Weg möglich. Auch wir kennen solche Gräben. Manchmal fühlen wir uns von anderen getrennt oder innerlich leer. Enttäuschungen, Schuld oder Angst können zwischen uns und dem Leben stehen, das wir uns wünschen. Und manchmal ist es einfach der Alltag, der den Blick für das Große und Ganze verstellt. Es gibt Wege, die wir aus eigener Kraft nicht „hinüber“ schaffen. Doch wir sind nicht allein: Jesus Christus verbindet Gott und Menschen. Er ist wie eine Brücke zwischen Himmel und Erde. Durch sein Leben, seinen Tod und seine Auferstehung hat er ein Fundament gelegt, das trägt – auch dann, wenn wir selbst wanken. Die Nähe Gottes ist damit nicht nur eine Idee, sondern ein Angebot. Aber was nützt uns eine Brücke, wenn wir uns nicht trauen, den ersten Schritt darauf zu setzen?

Hier kommt Pfingsten ins Spiel. Wir feiern den Heiligen Geist bzw. die Heilige Geistkraft. Gottes Gegenwart mitten in unserem Leben, in jedem von uns. Er schenkt Mut, wenn wir zaudern, und Kraft, wenn wir müde sind. Er hilft uns, neue Wege zu sehen und den ersten Schritt zu wagen. Die Pfingstgeschichte erzählt von Brausen und Feuer: Menschen hören die Botschaft und verstehen sie in ihrer eigenen Sprache. Und doch kommt schnell die Frage: Was bedeutet das für mein Leben? Schnell wird klar: Hören ist nicht automatisch Verstehen – und Verstehen nicht automatisch Handeln. Mit Goethe könnte man sagen: „Die Botschaft höre ich wohl, allein mir fehlt der Glaube!“ Gottes Wort will bei uns „ankommen“ und im Alltag Boden gewinnen; das braucht Zeit und Geduld. Die Apostelgeschichte zeigt: Auch die ersten Christen mussten lernen, Entscheidungen zu treffen, Fehler auszuhalten und neu anzufangen. Das kann trösten, wenn wir heute ringen, wie Glaube im Alltag Gestalt bekommt.

Wenn wir diese Verbindung durch Jesus Christus und den Heiligen Geist erfahren, können wir selbst zu Brücken werden. Dann sind wir gerufen, auf Menschen zuzugehen und Gräben zu überwinden: Vorurteile, Hass, Gleichgültigkeit oder vorschnelles Urteilen. Gerade in unserer Zeit braucht es Christen, die nicht nur über Frieden reden, sondern ihn im Kleinen leben – in Familie, Beruf, Nachbarschaft und Gemeinde.

Ihr Thomas Burek, Pastoralreferent

Teaserfoto: Pfarrbriefservice.de – blickpixel / Pixabay.com

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