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Laudato Sí

Die Sonne zeigte am Samstag 28.6. kein Erbarmen. Sie schien und es wurde heiß. Was hilft in dieser Situation? Man sucht sich einen Schattenplatz. Und wo ist der schattigste Platz in der Kirche im Grünen? Na klar - in der Weidenkapelle. Unter einem Blätterdach lässt es ich sehr gut auskommen. Und wenn dann noch gesungen, gebetet, aber auch diskutiert wird, kann auch ein solcher Hitzetag zu einem richtig erfüllender Nachmittag werden.

Vor 10 Jahren veröffentlichte Papst Franziskus die Enzyklika Laudato si´ - Die Sorge um das gemeinsame Haus. Dieses schreiben hat eine Aktivengruppe aus dem Bistum Limburg zum Anlass genommen in der Kirche im Grünen in Frankfurt-Höchst ein interessante Outdoor-Festveranstaltung zu Organisieren. Sr. Nathalie Korf und Pfarrer Thomas Schmidt vom Referat 'Nachhaltigkeit und Schöpfungsverträgliche Pastorale' der katholischen Region Taunus, organisierten eine 'wild-church-Andacht' in der Weidenkapelle. Diese Andachstformat kommt aus dem amerikanischen Raum und inspiriert auch bei uns immer mehr Menschen. Im Mittelpunkt steht die Schöpfung - das erste Wort Wort Gottes an die Menschen. Beim 'Wandern und Wundern' kommen wir der Schöpfung nahe.

In seinem anschließend Impuls konnte Pirmin Spiegel, der langjährige Geschäftsfüher des katholischen Hilfswerkes MISEREOR, die Teilnehmer in die Gedankenwelt des Lehrschreibens des verstorbenen Papstes Franziskus mitnehmen. Im Rückblick auf das Jahr 2015 war die Welt voller Hoffnung: Der G7-Gipfel in Elmau hatte als Haupttagungspunkt die Klimaveränderung,  die UNO verabschiedete in NewYork die Agenda 2030 für nachhaltige Entwicklung, die 17 Ziele für nachhaltige Entwicklung (Sustainable Development Goals - SDGs) umfasst und in Paris wurde von der UN-Klimakonferenz das 1,5°C - Ziel formuliert. Und Papst Franziskus verfasste 'Laudato Si´ - ein Schreiben welches auf der ganzen Welt vernommen wurde. Was hat dieses Schreiben in 10 Jahren bewirkt? 70-80% der Menschen in Deutschland halten den Klimawandel als dringenstes Problem, aber durch Kriege, Migrationsfragen und soziale Verwerfungen, findet das Thema in der Politik kaum noch statt. Dennoch sind für Pirmin Spiegel die Aussagen in Laudato Si´ die Vorgaben 'für eine andere Art in der Welt zu sein'. Letztendlich spiegeln diese Aussagen eine Gerechtigkeitsfrage in der Welt wieder.

Fünf Thesen aus Laudato Si` verdeutlichen dies:
1. Die Atmosphäre gehört allen, sie ist aber eine wilde Müllkippe.
2. Wir brauchen ein neues Leitbild für Fortschritt
3. Zufriedenheit und Genügsamkeit sollten gelebt werden
4. Wir haben eine gemeinsame Veranwortung. Eine Gemeinschaftlichkeit sollte in unserer Gesellschaft viel mehr gelebt werden.
5. Die Iversibiltät muß bedacht werden. Wenn die Kippunkte überschritten werden, gibt es auf absehbarer Zeit kein Zurück mehr.

In der anschließenden Diskussion und dem Austausch ging es viel darum, wie wir einer Untergangsstimmung gegenhalten können. Viele halten Laudato Si`als nicht eingelöstes Versprechen. Selbst die katholische Kirche kommt nur 'langsam in die Puschen'. Es wäre wichtig in vielen Bereichen den Klimaschutz ernst zu nehmen (Energiewende, nachhaltiges Wirtschaften, Klimaschutzplan, Klimaneutralität). Trotz allem berichten viele Gruppierungen von Ihren Aktitäten, die auch für die Zukunft Mut machen. Das Netzwerk der Frankfurter Eine-Welt-Gruppen ist sehr rührig, Christians for Futures hält den Finger in die Wunde, Oikokredit kümmert sich genauso wie die Micha-Gruppe um Spezialthemen. Und auch Erlassjahr.de ist nach wie vor aktiv.
Viele Beispiel aus den Frankfurter Pfarreien zeigen was machbar ist. So hat die Pfarrei Sankt Margareta eine AG Energie gegründet mit dem Ziel beheizbare Kirchen mit einem modernen Heizkonzept zu verbinden.

Eines der Highlights war die Fahhrad-Dynamo-Aktion - Radfahren für Strom um die Seifenblase zu aktivieren.

Bei vielen Gespächen in der 'Orangerie' und im Schatten, bei Foodsharing, fairem WIKIJUNG-Kaffee aus Kamerun klang der inspirierende Nachmittag im Grünen aus. Die Veranstalter Barbara Reutelsterz vom Bistum Limburg und Dr. Dr. Oswald Bellinger vom Netzwerk Frankfurter Eine-Welt-Gruppen sagten in Ihrem Fazit: Wenn es überall so viel engagierte Menschen gibt, und diese wieder viele Menschen mit den Anliegen von Laudato Si` berühren, dann ist die Hoffnung weiter in der Welt.

Stefan Hecktor
Bilder Oswald Bellinger + Stefan Hecktor

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