Sitzung des Ortsausschusses im August 2025
Orte:
Geschwisterlichkeit in der Kirche vor Ort
und Interationale katholische Gemeinde in Unterliederbach.
In der Ortsausschusssitzung am 27.8.2025 hatten wir zu diesem Thema Dr. Brigitta Sassin von der Stadtkirche Frankfurt am Main eingeladen. Sie ist Referentin für Gemeinden anderer Muttersprachen. Der Ortsausschuss stellte sich die Frage wie wir als internationale katholische Gemeinde, noch mehr aufeinander zugehen kön
nen. Wie können wir die kulturelle Vielfalt in den Blick nehmen? Und was muss passieren , dass ausPassivität Aktivität wird. Wir stellten fest, das unsere sonntägliche Gottesdienstgemeinde aus den unterschiedlichsten Sprachen und Kulturen zusammengesetzt ist. In der Gesprächsrunde entwickelten wir Ideen wie wir die Menschen in Ihren Muttersprachen mehr einbinden könnten. So könnten Bibeln in allen Sprachen mitgebracht werden und z.B. ein Vers des Evangeliums in zweiteter Sprache gelesen werden. Der AK Liturgie wird sich Gedanken machen, wie wir diese Ideen in Zukunft einplanen könnten.
In der Zeitschrift der Arnstein Patres 'Apostel' hat Stefan Hecktor im Dezember 2024 einen Artikel zur Geschwisterlichkeit in der Kirche vor Ort geschrieben. Dieser Artikel bezog sich direkt auf die Enzyklika 'Fratelli tutti' (Geschwisterlichkeit und soziale Freundschaft) von Papst Franziskus, die am 3. Oktober 2020 veröffentlicht wurde. Wir haben den Text als Johannesbote Extra in diesem Herbst noch einmal veröffentlicht.
Reakionen auf diesen Text und auf unseren Gemeindeansatz senden Sie gerne an:
Simone Hacker und Stefan Hecktor, Co Vorsitzendes des Ortsauschusses
der Gemeinde St. Johannes Apostel in der Pfarrei Sankt Margareta
2025-Aug-Johannesbote_Extra-Geschwisterliche_Kirche-8.pdf
Geschwisterlichkeit in der Kirche vor Ort

Die katholische Gemeinde St. Johannes Apostel in Unterliederbach zeichnet sich seit Jahrzehnten durch Ihre Offenheit aus. Durch den Zuzug vieler katholischer Familien nach dem 2. Weltkrieg wuchs die kleine Pfarrei in einem überwiegend evangelischen Umfeld. Geprägt durch Pfarrer und engagierte Katholiken, denen das Konzil eine Herzensangelegenheit war, habe ich (Jahrgang 1967) meine Heimatgemeinde immer als offen, ehrlich, modern und nicht Rückwärtsgewand erlebt. Durch den arbeitsbedingten Zuzug von Menschen aus ganz Deutschland und ja auch der ganzen Welt, haben wir immer wieder andere Einflüsse erlebt. Sei es die Menschen aus Hamburg, die in der Diaspora großgeworden sind, oder Krankenschwestern aus Korea, Indonesien oder den Philippinen, die Ihre Art und Weise katholisch zu glauben auch umsetzen konnten und können. Ob mit muttersprachlichen Gottesdiensten oder traditionellen Zusammenkünften.
In einer relativ neuen Großstadtgemeinde, die keine langen katholischen Traditionen pflegen musste, ist es wichtig eine gemeinsame Identität zu entwickeln. Bei uns sind das vielfältige Familienangebote – von Familiengottesdiensten bis zu verschiedenen Zeltlagern – und gut gestaltete Gottesdienste, ob als Eucharistiefeier oder Wortgottesdienst. Wir lassen keinen Gottesdienst ausfallen. Wir feiern fröhlich in den verschiedensten Stilarten. Da ist es interessant zu beobachten, dass die Gottesdienstbesucher vieles akzeptieren und sich auch einbringen. Wichtig ist uns authentisch zu bleiben und immer das Gespräch zu suchen.
Seit einigen Jahren erleben wir, das viele Menschen aus Indiennach Unterliederbach gezogen sind und unsere Gottesdienste besuchen. Die Aufgabe der Ehrenamtlichen des Ortsauschusses ist es, Gesprächsbereitschaft zu zeigen, emphatisch und offen zu sein. Dann gelingt es Mauern zu überwinden und auch Menschen aus anderen Kulturkreisen eine Glaubensheimat zu geben. Natürlich ist unser gemeinsamer Glaube schon eine ziemlich gute Basis um Menschen zu integrieren.
Unser Auftrag: Für die Menschen da sein
Jenseits der Gottesdienstgemeinde sehen wir es als unseren Auftrag an, caritativ für alle Menschen im Stadtteil zu wirken. In guter Zusammenarbeit mit dem Caritasverband Frankfurt konnten wir u.a. in den letzten 30 Jahren einen Kleiderladen (Sozialkaufhaus), eine Allgemeine Lebensberatung und ein Hilfenetz für Senioren und Bedürftige aufbauen. Der Caritasverband stellt die Räume zur Verfügung, professionelles Know How und Manpower. Aus der Gemeinde kommen Ehrenamtliche, die geschult werden, um zu beraten oder zu verkaufen. Wir haben dafür den Verein ‚Caritas der Gemeinde‘ gegründet, um unabhängig agieren zu können. ‚Ein Fremder auf dem Weg‘ – die Geschichte vom barmherzigen Samariter ist in unserer Gemeinde die gelebte Liebe und tatkräftige, konkrete Barmherzigkeit. Wir alle sind, wie der verstorbene Papst Franziskus betonte, mitverantwortlich für den Aufbau einer Gesellschaft, die alle Hilfsbedürftigen zu integrieren und zu unterstützen versteht.
Partnerschaft lebt durch Begegnung
Aber auch die Menschen in der Welt wollen wir in den Blick nehmen. Dazu haben wir uns im Jahr 2000 entschlossen eine Gemeindepartnerschaft mit der katholischen Pfarrei St. Joseph in Djottin im Bistum Kumbo in Kamerun zu beginnen. Kumbo ist das Partnerbistum der Diözese Limburg. Die Partnerschaft ist gekennzeichnet durch das Gebet, das Wissen über den Anderen, die Verbundenheit auch über die große Entfernung, die Freundschaft und den gemeinsamen Glauben. Ja auch die Solidarität ist wichtig, z.B. die Anteilnahme bei besonderen Ereignissen und auch bei finanzieller Unterstützung. Aber ganz wichtig: Partnerschaft lebt durch Begegnung. Viele Delegationen und auch Jahrespraktikanten aus Kamerun waren bei uns zu Besuch und auch aus unserer Gemeinde waren immerhin 7 Delegationen im Bistum Kumbo. Diese ‚Face to Face‘–Begegnungen haben so viele Menschen berührt. Und auf einmal ist es dann egal, wer Du bist und wo Du herkommst. Die Freundschaft und die Liebe zählen. Leider herrscht seit 2016 ein unbarmherziger Krieg im Nordwesten Kameruns. Die frankophone Regierung unterdrückt die anglophone Bevölkerung im Nord-Westen Kameruns, die dagegen aufbegehrt.
Und so kommen wir nicht darum wie auch in der Enzyklia "fratelli tutti" immer wieder vom Frieden zu sprechen. Wir schreiben seit Jahren Briefe an deutsche Politiker und beten für den Frieden. Wir unterstützen Binnen-Flüchtlinge aber auch Flüchtlinge die es bis nach Abu Dabi oder Frankfurt schaffen. Es sind Menschen, es sind unsere Freunde, und wir erleben die ganze Tragik der Menschheit an unseren Partnern.
Die Planke der Hoffnung – das Lampedusakreuz - steht immer wiefder im Mittelpunkt unserer Kirche als Mahnmal für alle Migranten, die versuchen Ihr Glück in Europa zu finden. Versteht man gut.
Abenteuer Glaube – Kirche im Grünen
Aber wie schaffen wir es in der heutigen säkularen Welt die Flamme der Liebe und der Hoffnung weiterzugeben? Wie können wir Menschen zusammenbringen und von Jesus begeistern. Unserer Meinung nach geht es nur durch das Tun. Dafür haben wir einen speziellen, magischen Ort geschaffen: Die Kirche im Grünen.
Mitten in der Stadt haben wir ein 8.000m² großes ursprüngliches Gelände zur Verfügung (eine alte Gärtnerei): Dort gibt es jenseits der Kirchenmauern Lagerfeuerabende, Gesprächskreise, Generationentreffen oder auch Outdoor-Familiengottesdienste. Kitas oder Schulklassen können das Gelände nutzen. Und jeder kann sich von der Weidenkapelle inspirieren lassen. Es ist so spannend beim Sommerfest mit Ankerplatz-ffm mit den Menschen ins Gespräch zu kommen. Und da sind wir wieder: Offen sein und auf die Menschen zugehen. Dann wird es auch in einer katholischen Gemeinde nie langweilig.
Pilger der Hoffnung
Für 2025 sind wir uns auf den Weg als Pilger der Hoffnung: Auf den inklusiven Jakobsweg von St. Justinus nach St. Leonhard (Mit Rollifahrern und Fußlahmen), dem Pilger-Hoffnungs-Lauf in die Kirche im Grünen, der Schiffswallfahrt zum Bartholomäus-Dom in Frankfurt und als Highlight nach Rom. Alle Menschen guten Willens sind eingeladen Pilger der Hoffnung zu sein.
Stefan Hecktor
Co-Vorsitzender des Ortsausschusses der Gemeinde St. Johannes Ap. Unterliederbach in der Pfarrei Sankt Margareta
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