Sankt Margareta Frankfurt

Gemeinsam für den Artenschutz

Sankt Margareta und NABU lassen Wiesen an der Nidda blühen.

Sicher kennen Sie dieses schöne Gefühl: Man weiß, dass man etwas besitzt, findet es aber lange nicht und plötzlich fällt es einem wieder in die Arme – welche Freude sich da breitmacht. Noch größer allerdings ist eine solche Freude, wenn man plötzlich von etwas erfährt, von dem man gar nicht wusste, dass man es besitzt. So ging es der Gemeinde Sankt Margareta zu Beginn des Jahres 2021. Marcus Schröder, der im Verwaltungsrat der Gemeinde für Gebäude und Grundstücke zuständig ist, bekam einen Anruf, in dem er erfuhr, dass die Gemeinde ein rund 7390 Quadratmeter großes Grundstück an der Nidda in Nied besitzt. Nachdem Marcus Schröder sich das Grundstück angeschaut hat, war er nicht nur von der Fläche beeindruckt, sondern auch fest entschlossen, dieses zu nutzen, um etwas für die Artenvielfalt und den Naturschutz zu tun.

NabuIn der Gemeinde in Zeilsheim hat Marcus Schröder bereits gemeinsam mit dem NABU Nistkästen für Turmfalken im Kirchturm anbringen lassen und im Dachstuhl der Kirche ein Fledermausquartier, das mittlerweile von den Tieren freudig angenommen wird. Da lag es nahe, den NABU wieder ins Boot zu holen. „Wir haben uns sehr gefreut, als Herr Schröder uns anrief und von dem Grundstück an der Nidda erzählte“, sagt Volker Bannert, erster Vorsitzender im Frankfurter NABU. Nach Besichtigung der Wiesen an der Nidda war auch er begeistert. „Das ist schon etwas sehr besonderes dort“, so Bannert. Das Gebiet sei früher, vor der Kanalisierung, der Nidda, Überschwemmungsfläche des Flusses gewesen, das mache den Boden immer noch etwas feucht und biete so besonderen Pflanzen eine Heimat. „Frische Wiesen“ nennt der Fachmann eine solche Fläche. Da man heute eigentlich versuche, solche Wiesen trocken zu bekommen, um sie bewirtschaften zu können, sei eine solche noch leicht feuchte Fläche „besonders erhaltenswert“, sagt Bannert.

Pfarreiwiese Nied 20210615 185650

Mittlerweile ist zwischen der Gemeinde und dem NABU ein Pachtvertrag geschlossen. Schröder wie Bannert warten nun darauf, im Frühjahr endlich das Projekt gemeinsam angehen zu können. „Uns ist es wichtig dabei zu betonen, dass Gemeinde und NABU das gemeinsam machen“, sagt Schröder. Zusammen wolle man dort etwas für den Artenschutz, die Natur und auch die Menschen schaffen, sagt Schröder. So will man Gemeindemitglieder, darunter besonders die Kinder und Jugendlichen, für Aktionen gewinnen - wie etwa den ersten Schnitt der Wiese im kommenden April. „Das kann man zum Beispiel mit einer Sense machen, das bringt Freude und ist besonders gut für die Gräser“, sagt Bannert. Auch er ist begeistert von der Idee, diese Fläche gemeinsam wachsen zu lassen. „Es freut mich, mit der Kirche, als Bewahrer der Schöpfung, im Naturschutz zusammenzuarbeiten“, sagt Bannert.

Und ganz in dem Sinne „der Natur ihren Lauf zu lassen“, ist auch erst einmal nicht geplant, an der Wiese viel zu säen oder zu pflanzen. „Der Boden dort gibt so viel her, dass ich mir sicher bin, dass sich hier die Natur und die verschiedenen Pflanzenarten in den kommenden Jahren ihren Platz zurückerobern werden“, sagt Bannert.

Alle, die schon jetzt ein wenig Freude an der Wiese haben wollen, die können mal einen Spaziergang an der Nidda machen. Unweit der Niddabrücke auf der Seite von Nied trifft man auf die Wiesen. „Einen Teil haben wir schon abgesteckt und den Bauern gebeten, diesen Teil nicht mehr zu mähen“, erzählt Marcus Schröder. Hier lässt sich vielleicht schon ein kleines Bisschen erahnen, was hier in Zukunft blühen wird.

Dr. Lucia Schmidt

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