Sankt Margareta Frankfurt

ausBlick Januar 2022 - Grußwort

Ein edles eingerichtetes Esszimmer mit großem Esstisch, Tafelsilber und Kristall – eben alles was dazugehört. Sonderbare Gäste sind eingeladen.

Michael Ickstadt 100x100 Foto Studio Hoffmann

Liebe Leserinnen und Leser

Ein edles eingerichtetes Esszimmer mit großem Esstisch, Tafelsilber und Kristall – eben alles was dazugehört. Sonderbare Gäste sind eingeladen. Und sogar einen Butler gibt es. Wenn ich Ihnen jetzt auch noch erzähle, dass auf dem Boden ein Tigerfell liegt, dann wissen Sie alle, wovon ich rede. Viele von Ihnen werden den bekannten Sketch „Dinner for one“ des NDR von 1963 an Silvester gesehen haben.

Was ist das besondere an einer schrulligen alten Dame und den mit ihr gealterten Butler, dass es sich Jahr um Jahr hartnäckig im Silversterprogramm hält – obwohl das Ganze mit Silvester ja rein gar nichts zu tun hat? Vielleicht ist es ja gar nicht dieser besondere Geburtstag, der da jedes Jahr wieder gefeiert wird. Vielleicht geht es auch gar nicht so um den Jahreswechsel, den wir doch immer gern mit vielen tiefen Bedeutungen aufladen. Ja vielleicht spricht so manchen dieser kurze Sketch auch schlichtweg aus der Seele. Irgendwie ist das, was da geredet wird, nämlich zutiefst menschlich. Zwischen Gratulationen und der Besprechung der Menüfolge ist es immer die gleiche Frage, mit immer der gleichen Antwort: The same procedure as last year? (Das gleiche wie im letzten Jahr?) – The same procedure as every year! (Das gleiche wie jedes Jahr!)

Diese Miss Sophie, diese Art zu reden wohnt in jedem von uns. Diese eine besondere Stimme, die Beständigkeit sucht in einem Leben, das schneller vor sich hinläuft, als wir es überblicken können. Diese Stimme die es weder als „dynamisch“ noch als „spannend“ empfindet, dass sich ständig etwas ändert. Und diese Stimme, die gerne alles beim gewohnten Alten vorfinden möchte – auch in der Zukunft. Doch diese Stimme in uns wird angefragt und hinterfragt. Wie Butler James im Sketch, so tragen auch wir diese andere Seite in uns: Muss es wirklich so sein wie letztes Jahr? Muss es wirklich so sein wie immer? Kann ich nicht einmal aus den Gewohnheiten ausbrechen? Kann sich nicht auch mal etwas ändern –  oder sogar weiterentwickeln? Kann vielleicht sogar Ich mich ändern?

Besonders diese letzte Frage scheint viele Menschen zu beschäftigen. Wir schmieden Pläne, was im neuen Jahr anders, besser werden soll. Wir fassen gute Vorsätze! Und meistens sind sie dann schneller gebrochen als gefasst. Soll am Ende Miss Sophie Recht behalten? Ist es am Ende Realität, dass eben doch alles wie immer bleibt? Dabei wissen wir doch eigentlich, dass nichts beim Alten bleibt. Jeder neue Tag bringt Veränderung in unser Leben. Auch wenn wir jetzt allerlei Plänen und Vorsätze für die kommenden Monate haben – wir wissen nicht was kommen wird. Vielleicht würde sich James jetzt freuen und sagen: Ha! Eben nicht wie im letzten Jahr!

Zwischen Miss Sophie und James, zwischen guten Vorsätzen und großen Plänen, zwischen der Feierlaune und bei manchen vielleicht sogar der Ungewissheit, darf es uns als Christen gut tun, Gott an unserer Seite zu haben. Wir können nicht sagen, was dieses Jahr unserer Stadt und unserer Pfarrei, unseren Familien und einem jeden von uns ganz persönlich bringt. Aber Gott selbst begleitet uns durch alle Zeiten und Veränderungen. Gott selbst schenkt dieser neuen Zeit seinen Segen – und wir können uns am Anfang des Jahres unter diesen Segen stellen.

The same procedure as every year? Ja, auch an Silvester 2022 wird wohl wieder „Dinner for one“ laufen. Doch die Welt wird sich verändert haben – und wir mit ihr. Mit Gottes Segen wird es gut werden. Lassen wir uns darauf ein.

Und so wünsche ich Ihnen im Namen des gesamten Pastoral- und Verwaltungsteams ein frohes, gesundes und gesegnetes Neues Jahr 2022

Ihr Pfr. Frank Fieseler, Kooperator

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