Sankt Margareta Frankfurt

Impuls Januar 2023

EnSimiMaV und EnSikuMaV

Fast wie ein fernöstlicher Comic Name hören sich die beiden Worte sich an: Und dennoch erzeugen Sie bei den Entscheidungsinstanzen unserer Pfarrei Aufsehen und einen roten Kopf. Bringen Sie Aufregungen in die oft zähen Debatten.

"Mittelfristenergieversorgungssicherungsmaßnahmenverordnung“

Scheinbar das blanke 58 Buchstaben umfassende Grauen. Wir müssen etwas einsparen!

Alle von uns sind diesem Dämon aus der Zukunft begegnet. In kälteren Büros (max. 19°), in schwächer beleuchteten U Bahn Stationen, in nicht mehr beheizbaren Kirchen und vor allem aber an der Supermarktkasse (es ist alles teurer geworden), dem Restaurantbesuch oder dem Zählerstandsanzeiger an den Zapfsäulen dieser Republik, seien sie E oder Fossil. Ich bin es fast leid.

Nein, nicht das alles teurer wird. Nicht, dass mein Büro nur noch 16 Grad hat. Nein, nicht weil ich jeden zu fahrenden Autokilometer mir sehr gut überlege und mehrheitlich Bus/Bahn fahre oder weniger Fleisch esse oder im dicken Pulli die Zähne putze.

Nein ich bin es leid, um jede Kilowattstunde mit Menschen feilschen zu müssen, als hätten wir in unseren Kellern eine Biogasanlage, die die Gasspeicher voll hält. Ich bin es leid, dass unser Singen von der Herrlichkeit des Kreuzes in der Wirklichkeit der Negierung desselbigen daher ihre Töne dumpf und steril werden lassen. Ich bin die Unzufriedenheit leid, gegen die mir jede Ecke dieses Holzbalkens entgegenschreit, als sei das Ausscheiden der Deutschen Mannschaft bei der kürzlich hinter uns liegenden WM jetzt wohl das unser zu tragendes Kreuz. Nein, wir tragen es nicht, uns wird es scheinbar immer noch in gut klimatisierten Fahrzeugen gefahren, obwohl wir sicherlich auch darüber einen Grund zur Klage und Beschwerde finden würden, was uns die jährlich wiederkehrende Diskussion über nicht gut genug gekühlte ICE Züge verdeutlicht.

ausBlick Jan 2023 li

ausBlick Jan 2023 li

 

 

 

 

 

 

Dennoch: Man kann das Kreuz drehen und wenden, immer ist Christus zu erkennen einmal mit erhobenem, einmal mit leidvoll gesenkten Kopf, links gedreht leidend nach rechts oder rechtsgedreht qualvoll nach links gewendet. Gleich wie wir das Papier drehen und wenden. Es bleibt ein Kreuz mit dem Erlöser. Für unfassbar viele, und trotzdem greifbar wenigen Menschen ist dieser Blick auf das Kreuz und die Gewissheit, dass Christus daran Erlösung oder wenigstens Linderung des Leids schenkt, die letzte existentielle Sicherheit, weil die Existenz von Sicherheit für viele wohl nicht mehr zu den allgemein akzeptierten Werten gehört.

Ich wünsche mir, dass wir das wenigstens als Motto fürs neue Jahr hätten: Zugeben, dass es uns hier gut geht! Ich wünsche mir, wir uns wünschten, dass das neue Jahr eines ist, das in seinem Gutsein so bleiben möge und dass wir mit Geld uns nicht von der Verantwortung vor dem Kreuz loskaufen können. Gott ist uns besonders nah, wenn wir zu-frieden sind, das Wort drückt es aus: „Frieden-zu“ haben. Und by the way: Friede wird uns auch ein klein wenig durch EnSimiMaV garantiert.

Herzlich, aber dennoch eindringlich bittend, grüße ich Sie

Ihr Martin Sauer, Pfarrer

 

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