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Impuls September/Oktober 2023

  Das hält mich in der Kirche.

Als ich daran ging, diesen Impuls zu verfassen, gingen mir völlig unterschiedliche mögliche Thematiken durch den Kopf, die mich umtreiben. Da ich mich nicht zu einer allein durchringen konnte, skizziere ich drei davon mit der Anregung an Sie, damit umzugehen.

  • Schon sehr viel habe ich über das Verhältnis von Glaube und Wissenschaft gelesen. Besonders eindrucksvoll war die kürzliche Lektüre von "Licht im Dunkeln" des hoch dekorierten Astrophysikers und bekennenden Christen Heino Falcke, der als erster ein Schwarzes Loch sichtbar gemacht hat. Ein Zitat daraus geht mir nach: „Wer es wagt, über die Grenzen der Physik hinaus zu fragen, kommt an Gott nicht vorbei. Gerade weil die Natur uns fundamentale Grenzen der Erkenntnis setzt, stoßen wir immer wieder an sie und rütteln mit unseren Fragen an der Tür zum Himmel".
  • In der Zeitung war zu lesen, dass unser Bischof Bätzing, immerhin Vorsitzender der Deutschen Bischofskonferenz, nun "endlich" einen Termin im Vatikan bekam, allerdings nicht beim Papst und anders als von ihm gewünscht nur ohne die Vorsitzende der Diözesanversammlung. Dem ihm zugemuteten unwürdig und demonstrativ langen Warten liegt die Ignoranz der Kurie gegenüber dem synodalen Weg zu Grunde. Diese geistige Enge erschüttert mich und ist mit meinem Bild des Beispiels und der Botschaft Jesu nicht vereinbar.
  • Am Philosophicum der Universität Münster hat jemand ein Graffiti aufgesprüht, das lautet;" Ich bin katholisch. Atheismus kann doch jeder." Hier leuchtet ein Selbstbewusstsein auf, das ich mir bei all den so sehr bedrückenden und belastenden Ereignissen und Zuständen in unserer Kirche doch zu eigen machen: Missbrauchsskandal, Machtausübung, Geschlechterungerechtigkeit, verquaste Sexualmoral u.v.m. sind eben nicht alles, was man von unserer Kirche sagen kann. Es gibt auch die weltweite Solidarität der 1,3 Milliarden Mitglieder dieser Kirche weltweit, das glaubwürdige und beeindruckende Beispiel vieler engagierter Gläubiger, die Werke der Nächstenliebe, das Wachhalten des Gottvertrauens und der befreienden Botschaft Jesu, die gelebte Geschwisterlichkeit an der Basis, die widerständige Unverdrossenheit, an Veränderungen in dieser Kirche zu arbeiten und die vielen glücklichen Erlebnisse und Begegnungen. Das hält mich in der Kirche.

Dr. Karl-Josef Schmidt

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