Peace - Frieden

Friedens-Gottesdienst mit Friedens-Imbiss
in Erinnerung und Verbundenheit mit unseren Partnern in Kumbo und Djottin
Peace - Frieden ließt man auf der weißen langen Tafel, die symbolisch vom Vorplatz der Kirche bis in den den Kirchenraum führt. Und gefüllte Brotkörbe stehen auf diesem langen Tisch.
Peace - Frieden, darum ging es im Gottesdienst, den Pfarrer Christian Enke gemeinsam mit Father Robert Tanto aus dem Bistum Kumbo zelebrierte. Nforme Stefan Hecktor schilderte mit eindringlichen Worten die Situation im Bistum Kumbo. Lesen Sie die Katechese und die Einleitung weiter unten.
Peace - Frieden werden symbolisiert durch die Kerze, die uns Bischof George vor einem halben Jahr schenkte und durch die Peace-Plant - Friedenspflanze - die in Kamerun bei allen Zeremonien als schmückendes Beiwerk dabei ist.20190331 friedensgottesdienst 002
Peace - Frieden geht durch den Magen. Zum Auszug bekam jeder Gottesdienstbesucher ein Stück Brot. Das Teilen des Brotes verbindet und ruft zur Versöhnung auf. Im Friedensimbiss auf dem Kirchvorplatz, bei dem es köstliche Speisen aus der ganzen Welt gab, konnten die Besucher sich noch über die aktuelle Situation im Bistum Kumbo informieren.20190331 friedensgottesdienst 003
Stefan Hecktor, Eine Welt-Gruppe St. Johannes Apostel, Bilder: Stefan Hecktor, Lilo Pörtner

Einleitung:

20190331 friedensgottesdienst 004Liebe Gemeinde, seit dem Jahr 2000 sind die Gemeinden St. Johannes Apostel in Unterliederbach und St. Joseph in Djottin in einer Gemeindepartnerschaft. Djottin ist ein Dorf mit mehreren Dorfteilen und liegt im Nordwesten Kameruns in Afrika. Die Partnerschaft ist eingebettet in eine Bistumspartnerschaft zwischen den Diözesen Limburg und Kumbo. Die Partnerschaft ist gekennzeichnet durch das gemeinsame Gebet, die Verbundenheit und die Freundschaft. Gegenseitige Besuche festigen das Miteinander. Bereits 7 Delegationen waren aus Unterliederbach im Bistum Kumbo zu Besuch. Aus Kamerun waren Ephriam und Makelia, Alice und Michael sowie die Bischöfe George, Agapitus und Cornelius Esua und der Caritasdirektor Father Daniel Ache bei uns in St. Johannes sowie als Aufbaustudenten Father Andrew und zuletzt Father Joe. Wir unterstützen die Menschen vor Ort auch direkt: Aufbau einer Wasserleitung, Schulbildung, Medikamente für AIDS-Patienten, Unterrichtung in Hygiene für Schulkinder, Krankenhausbetten für Kumbo und aktuell die Nothilfe. Die Partnerschaft hat sich schön entwickelt. Und jetzt das.

Seit dem November 2016 streiken die Rechtsanwälte und Lehrer, es gibt sogenannte Ghost-Towns-Generalstreiks- 1x die Woche, die Schulen sind geschlossen. Der Protest gegen die frankophone Regierung hat sich stark entwickelt.. Die englischsprachigen Teile Kameruns fordern zuerst die Rückkehr zur Förderration und mittlerweile  zur Unabhängigkeit. Die Armee unterdrückt die Demonstranten und schießt scharf. Die Separatisten bilden kleine, bewaffnete Widerstandsgruppen, die sogenannten AmbaBoys. Häuser brennen,  Soldaten werden getötet, Ambaboys werden gejagt und erschossen und dazwischen sind unzählige Zivilsten die sterben. Die Menschen flüchten in den Busch, in sichere Gebiete oder nach Nigeria, mache bis Europa. Aus der sogenannten anglophonen Krise ist ein Bürgerkrieg geworden.

Und unsere Freunde: Das Haus von Michael in Djottin ist abgebrannt, Gottlob keiner kam zu Schaden, die Familie konnte bei einer Nachbarsfamilie Unterschlupf finden. Ephriam steht auf einer schwarzen Liste und mußte monatelang im Schwesternkonvent sich  verstecken. Vor drei Monaten ist er mit Makelia und den drei angenommenen Kindern nach Bafoussam, der nächst größeren Stadt im französisch sprechenden Teil Kameruns geflohen. Und Father Joe wurde entführt. Dazu später mehr.

Und in dieser entsetzlichen Situation beten wir in diesem Gottesdienst für Gewaltlosigkeit, Frieden und Versöhnung. Gott steh uns allen bei.

Katechese

Liebe Schwestern und Brüder im Glauben,

Sie alle kennen Father Dr. Joseph Clifford, den wir hier in der Kirche im Herbst letzten Jahres nach 5 Jahren Deutschlandaufenthalt und seiner bestandenen Promotion in sein Heimatbistum Kumbo verabschiedet hatten. Sein Bischof ernannte ihn zum Direktor einer katholischen weiterführenden Schule in Kitiwum, die noch geöffnet hat. Dort hält er unter schwierigsten  Bedingungen den Schulbetrieb aufrecht. Die Schüler zwischen 8 und 19 Jahren wohnen zumeist in einem Wohnheim direkt an der Schule. Die Straßen sind teilweise unpassierbar. Überall Kontrollen, große Löcher werden ausgehoben, damit keine Autos fahren können.
Dort kam es im Dezember zu einer Schiesserei zwischen Soldaten und Ambaboys. Die Kinder und auch Father Joe mußten sich in den Schulgebäuden auf den Boden legen, damit sie nicht von verirrten Kugeln von außen getroffen werden.
Stellen sie ich das mal vor…. Sie liegen auf dem Boden – Gewehrfeuer – Schüsse – Angst und Panik – dann Stille – Angst – was passiert draußen – Das ist Krieg!!!
In dieser Situation schreibt Father Joe einige Whatsappen, so daß wir fast dabei sind. Mir läuft noch heute ein Schauer über unseren Rücken.

Mehrere Soldaten, viele Ambaboys werden getötet und Häuser von unbeteiligten Lehrern angezündet.

Am 16. Februar werden 170 Schüler von 13 bis 18 Jahren einer anderen katholischen Schule, Sankt Augustines Collage, wahrscheinlich von Ambaboys entführt und in einem schnellen Marsch in den Busch gebracht. Drei Priester nehmen die Verfolgung auf, darunter Father Joe. Diese werden entdeckt und mit den Schülern in einer Scheune gefangen gehalten. Durch das umsichtige Verhalten von Bischof George – vielleicht ist Lösegeld geflossen - wurden alle am 18. Februar freigelassen. Mit Father Joe hatte ich am gleichen Tag Kontakt. Er war noch ganz benommen von der Angst.
Stellen Sie sich das mal vor. Eingepfercht, 170 Personen. Entführer mit Waffen - Nicht zimperlich. Sie wissen nicht was diese wollen. Angst.

Das Bistum Kumbo schätzt in einer offiziellen Mitteilung vom letzten Freitag, daß in den letzten 7 Monaten alleine im Bstum Kumbo über 750 Häuser abgebrannt sind und mehr als 350 Zivilisten umgekommen sind, dazu zahllose Soldaten und Amba-Boys. Die medizinische Versorgung ist zusammengebrochen, die Kinder gehen seit über 2 Jahren nicht zur Schule, über 9.000 Mitglieder aus den katholischen Gemeinden sind auf der Flucht, die Preise für Lebensmittel sind explodiert, auf den Feldern wird nur noch ein Bruchteil angebaut, eine Hungersnot droht.

Die Situation ist für unsere Freunde gerade in Kumbo aber auch darum so schrecklich und lebensbedrohlich. Da habe ich auch Angst. Und was können wir tun?

* Beten für unsere Partner und Freunde in Kumbo

* Vertrauen auf die Schrift. So wie wir heute im  Gleichnis vom verlorenen Schaf gehört haben, das Gott unser gute Hirte, dem JEDES Schaf wichtig ist, so ist es auch mit allen Menschen in Kamerun: Zivilisten, Regierung, Soldaten und Ambaboys. Gott sucht sie alle. Und wie der Apostel Paulus in dem Brief an die Korinther geschrieben hat ‚Gott rechnet den Menschen die Verfehlungen nicht an und Gott vertraut uns das Wort der Versöhnung an.‘ Wer an Christus glaubt, der soll auch die Versöhnung hochhalten. Umkehr ist für jeden Menschen in Christus möglich. Glaube an Gott und kehre um und versöhne Dich. Das ist nicht nur für den Präsidenten Paul Biya in Kamerun, für die Soldaten und die Ambaboys, für die Flüchtlinge und für die Angehörigen der Getöteten möglich. Nein das ist auch für jeden unter uns hier möglich. Gott lädt uns durch Jesus Christus dazu ein.

Was können wir weiter tun:
* Beten für unsere Partner und Freunde in Kumbo
* Informieren: Der Konflikt findet nicht in unseren Medien statt
* Mitfühlen
* Unseren Partnern und Freunden sagen, daß Sie nicht vergessen sind.
* Unsere Regierung und unsere Politiker anstoßen mehr zu tun, sich in den Konflikt einzumischen.
* Spenden für die Kumbo-Nothilfe
* Drei Symbole: Friedenskerze, Friedenspflanze und das geteilte Brot
* Beten für unsere Partner und Freunde in Kumbo

Wir beten das Gebet für den Frieden in Kamerun
Gebet für den Frieden in Kamerun

Gott, unser Vater,
Vater aller Völker dieser Welt.

Viele Kilometer liegen zwischen uns,
den Menschen im Bistum Limburg
und den Menschen im Bistum Kumbo.
Weit voneinander entfernt leben und lieben,
arbeiten und beten wir.

Unsere Schwestern und Brüder in Kamerun
leiden unter einer korrupten Regierung.
Sie sind aufgestanden für die Freiheit.
Wir sind besorgt und leiden mit.

Gemeinsam sind wir auf dem Weg,
uns immer besser zu verstehen,
uns immer mehr als Schwestern und Brüder zu sehen,
die einander nah und füreinander da sind.

Schenke du, Vater,
den Frieden und die Zuversicht für alle Menschen in Kamerun.
Lass uns – hier wie dort – Zeugen sein
für deine Liebe, die Grenzen sprengt
und Trennendes überwinden hilft.

So beten und bitten wir im Heiligen Geist
durch Jesus Christus, unseren Bruder und Herrn.
Amen.

Fürbitten20190331 friedensgottesdienst 005 Kopie

Wir beten zu Gott, unserem Vater, der durch Jesus Christus die Welt erneuert hat und uns zu neuen Ideen inspiriert:

Beten wir für die Menschen in Kamerun, vor allem in den Regionen, die vom Bürgerkrieg bedroht sind. Gib Ihnen den Mut diese schwierige Situation zu überstehen.
Wir bitten Dich erhöre uns.

Beten wir für die Kinder dieser Erde, damit  sie alle zur Schule gehen dürfen
Wir bitten Dich erhöre uns.

Beten wir für die Menschen in Mosambik und allen Ländern, die von Naturkatastrophen heimgesucht werden. Gib Ihnen den Mut neu zu beginnen.
Wir bitten Dich erhöre uns.

Beten wir für alle Flüchtlinge auf der Welt, daß wir sie nicht vergessen.
Wir bitten Dich erhöre uns.

Beten wir für die Menschen in unserer Partnergemeinde Djottin in Kamerun. Gib Ihnen die Kraft, Ihr Leben in die Hand zu nehmen und gut zu meistern.
Wir bitten Dich erhöre uns.

Darum bitten wir dich durch Christus, unseren Bruder und Herrn.  Amen
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