Nachruf auf Dieter Pörtner

3. März 1940 – 12. Juni 2022

 20220623 Dieter Pörtner Farbe

Am Abend des 12. Juni 2022 ist Dieter Pörtner unerwartet gestorben. Viele Worte hat er um sein hohes Engagement für die Gemeinde nie gemacht: er hat hingeschaut und zugepackt.

Niemand kannte den Bau der Johanneskirche so genau, wie Dieter Pörtner. Als gelernter Schlosser in der Hoechst AG hatte er für alles Handwerkliche einen guten Blick. Zahlreiche kleinere Reparaturen rund um die Kirche hat er ohne Aufhebens selbst erledigt, ehe der Schaden groß und sichtbar wurde.

Als gewähltes Mitglied des Verwaltungsrates (1984-2017) hat er sich um die Handwerker und die korrekte Umsetzung der Arbeitsaufträge gekümmert. In diese Zeit fielen Renovierungs-, Sanierungs- und Umbauarbeiten in und um die Kirche, im Alten Pfarrhaus und im Gemeindehaus, nicht zu vergessen die Räumlichkeiten der Kindertagesstätte. Dafür ist er 2011 durch das Bistum Limburg geehrt worden.

Auch in der Liturgie stand er nie im Vordergrund, doch ohne sein Tun wäre ganz Vieles nicht möglich gewesen oder es hätte an dem gefehlt, woran die Gemeinde besonders viel Freude hat: Viele Jahre übernahm Dieter Pörtner in Ferien- und Urlaubszeiten ehrenamtlich den Küsterdienst und den Schließdienst für die Kirche, damit diese tagsüber geöffnet sein kann. Vor der Umstellung auf Gas war die Ölbestellung für die Zentralheizung seine Aufgabe.

 Von Kindheit an war Dieter Pörtner Messdiener. Im Erwachsenenalter hat er gemeinsam mit Heinz Edelmann, Günther Frenzel und Rudolf Reiter diesen Dienst ausgeübt, v.a. wenn werktags an Hochfesten keine Kinder oder Jugendlichen da waren. Wenn die Adventszeit nahte, stand jährlich das Auswählen, Abholen, Aufstellen und Schmücken des Weihnachtsbaums (mit Rudi Klungler) und der Aufbau der Weihnachtskrippe (mit seinem Sohn Andreas) an. Für den heutigen Ort hat er den Unterbau der Krippenlandschaft geschweißt. An Fronleichnam baute er – lange Jahre auf der Jost’schen Wiese – die Altarinsel auf und kümmerte sich um den Aufbau des Gemeindefestes, später war er einer der vier Träger des Himmels beim Fronleichnamszug vom Victor-Gollancz-Haus nach St. Johannes.

Gemeinsam mit seiner Frau Lilo und weiteren Aktiven kümmerte er sich um Ausflüge, Themenabende und die jährlichen Agapefeiern des Familienkreises sowie die mehrtägigen Reisen der Senioren, denn eine noch so schöne inhaltliche Planung braucht realistische Umsetzung, u.a. durch viel Geduld bei Vorfahrten und Probeessen. Bei Seniorennachmittagen und auch zu Gottesdiensten übernahm er lange Jahre den Fahrdienst und brachte auch vertauschte Mäntel wieder an den richtigen Ort. Besondere Freude bereitete ihm die Johanniter-Fastnacht, er war ruhender Pol des „5½er-Rats“, und beim Auf- und Abbau der Bühne und der Dekoration immer zur Stelle. Durch sein Engagement im Festausschuss hat Dieter Pörtner gemeinsam mit vielen anderen die Voraussetzungen für frohe Gemeindefeste geschaffen: Bazare, Feste „Rund um den Kirchturm“, Jubiläen aller Art …

Von einem Dienst wussten nur wenige Gemeindemitglieder, von seiner treuen Sorge um die Priestergräber. Er pflegte die Gräber und stellte bei Fest- und Gedenktagen dort Grablichter für Pfarrer Emil Siering (Friedhof Kurmainzer Straße), Pfarrer Rudolph Nolte und Pfarrer Friedrich Bertram (Friedhof Sossenheimer Weg) auf.

Schaut hin. Das Licht ist in der Welt.

 Und das ewige Licht leuchte ihm.

 

 Simone Hacker und Stefan Hecktor
 für die Gemeinde St. Johannes Apostel
 Pfarrei Sankt Margareta

 

 

Die Närrischen Johanniter nehmen traurig Abschied von Dieter Pörtner

20220623 Dieter Pörtner Fassnacht
 

Zum wiederholten Mal müssen die Närrischen Johanniter Abschied von einem langjährig aktiven Fassenachter nehmen. Von 1978 bis 2011 gehörte er zum festen Team der Narrhalla von St. Johannes. 29 Jahre war er Mitglied des 5 1/2- er Rates und saß mit am "Stammtisch". Dort wachte er akribisch über die Einstellungen der Mikrofone und verteilte Orden an die Mitwirkenden. Dieter war kein Mensch, der als Narr aufgetreten ist. Aber er verstand, seine Fähigkeiten und Talente für die Närrischen Johanniter immer wieder gekonnt einzusetzen. Ob als Handwerker beim Auf- und Abbau, als Bühnengrund-konstrukteur, Dieter´s Hilfe und Unterstützung waren über so viele Jahre ein wichtiger Baustein für das Gelingen unserer Sitzungen. Als einer der letzten der "Gründungsväter und -mütter“ hat er die Närrischen Johanniter so lange mit seinem Rat und Tat unterstützt, wie es ihm möglich war – dafür sind wir unendlich dankbar. Er war und bleibt einer von uns!

Zieh nun, lieber Dieter, hin in Frieden,

ruf aamol noch ganz leis´ „Helau“

du hast es freudig oft hernieden

für St. Johannes gerufe in der Narrenschau.

 

Die Närrischen Johanniter

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