Nachruf auf Renate Mühlberger

3. März 1949 – 5. Juli 2022

 20220623 Dieter Pörtner Farbe

Als ihr Sohn Alexander Mitglied der Pfadfinder (DPSG) wurde, engagierte sich Renate Mühlberger gemeinsam mit ihrem Mann beim Stamm der Cherusker. In der Zeit der Neuausrichtung der damaligen Pfarrei St. Johannes Apostel mit einem Schwerpunkt auf diakonischen Tätigkeiten, war Renate Mühlberger von Anfang an mit dabei und gehörte ab 1996 zum ersten Team der Allgemeinen Lebensberatung. Sie zählte am Fest der Heilingen Hildegard von Bingen 1997 zu den Gründungsmitgliedern des Vereins Caritas der Gemeinde St. Johannes Ap. e.V. Sie übernahm als Vorstandsmitglied das Amt der Schatzmeisterin. Renate Mühlberger, die beruflich zuerst in der Personalabteilung der Hoechst AG und dann in der Filialleitung der Tchibo-Niederlassung in Höchst bzw. dem Main-Taunus-Zentrum arbeitete, wachte über die Geldmittel des Vereins genauso wie über die Einhaltung aller Vorschriften zur Wahrung der Gemeinnützigkeit. War Margurit Aßmann als Vereinsvorsitzende immer für eine innovative Idee zu haben – Renate Mühlberger prüfte sie gewissenhaft auf ihre Finanzierbarkeit und Durchführbarkeit. Manches blieb Gedanken, aber alles, was sorgfältig erwogen war, hatte und hat Bestand. Die Jahresbeiträge der Vereinsmitglieder, Spenden und zugedachte Bußgelder bildeten dafür die solide Grundlage.

Bald wurde 1997 der Kinderkleiderkorb im Gemeindehaus gegründet, der durch den Verein unterstützt wurde. In St. Johannes Apostel entstand 2000 bistumsweit das erste Hilfenetz, gegründet durch Margurit Aßmann, Norbert Oberst, Lisa Gerdom vom Caritasverband – und selbstverständlich durch Renate Mühlberger. Sie war bis 2012 für die Rechenschaftsberichte und die Kassenprüfung zuständig. Das Hilfenetz – inzwischen in ganz vielen Orten weit über Frankfurt hinaus verbreitet – richtet sich bis heute im Stadtteil an alte, behinderte und kranke Menschen. Das Angebot unterstützt Menschen bei der Lebensführung und ermöglicht ihnen eine lange Selbständigkeit im eigenen Zuhause. Darüber hinaus werden für den Stadtteil niedrigschwellige Beschäftigungsmöglichkeiten geschaffen. Es bestand enge Zusammenarbeit mit dem Quartiersmanagement des Caritasverbandes. 2004 kamen „Kleider im Werkhof“ als Secondhand-Laden hinzu. Die Nachfrage war sehr groß, die Voraussetzungen für die Beschäftigung erheblich – die Verwaltung ehrenamtlich nicht mehr leistbar – und so wurde der Werkhof 2009 an den Caritasverband Frankfurt übergeben, dieser gründete im selben Jahr den zweiten, gemeinsam mit dem Verein getragenen Kleiderladen am Alleehaus. Renate Mühlberger engagierte sich dort im Team der ehrenamtlichen Verkäuferinnen. Eine weitere Idee wurde 2008 geboren und ebenfalls solide finanziert: Die Ferienfreizeiten im Familienferiendorf Hübingen im Westerwald für Menschen die sich Urlaub nur schlecht oder gar nicht leisten können.

Renate Mühlberger wusste in der Allgemeinen Lebensberatung immer einen Weg zur Überwindung prekärer Situationen und fand für finanzielle Engpässe eine Lösung. Ihr Vertrauen, das sie dabei anderen geschenkt hat, ist dabei nie missbraucht worden.

Die Pfarrei St. Johannes Apostel ehrte sie 2003 mit dem Johanneskreuz, 2010 erhielt sie – gemeinsam mit ihrem Mann – den Ehrenbrief des Landes Hessen.

Besondere Freude hatte Renate Mühlberger an den „Sakralen Märkten“, einem von ihr und ihrem Mann 1999 erdachten Projekt, um Gegenstände religiöser Verehrung und Devotionalien anzubieten, die häufig aus Nachlässen stammten. Sie wurden übers Jahr (in Mühlbergers Garage) gesammelt und dann liebevoll im Alten Pfarrhaus aufgebaut gegen Spenden abgegeben. Zunächst wurde damit die Finanzierung der Klais-Orgel, danach andere Projekte der Gemeinde finanziert.

Aus gesundheitlichen Gründen musste Frau Mühlberger 2017 zu ihrem großen Bedauern ihre Aufgaben und Ämter aufgeben. Wir werden Renate sehr vermissen – in Gedanken sehen wir sie und ihren Mann beim Betreten der Kirche immer noch ganz hinten in der letzten Kirchenbank auf der rechten Seite sitzen.

Schaut hin. Das Licht ist in der Welt. Und das ewige Licht leuchte ihr.

Für den Ortsausschuss St. Johannes Apostel: Simone Hacker und Stefan Hecktor

Für den Verein Caritas der Gemeinde: Dr. Barbara Wieland, Margarete Dietrich und Markus Haas

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