Ortskirche

JohA Kirche TurmDie Johanneskirche ist ein Stahlbetonbau gemäß den architektonischen Vorstellungen der 60er Jahre. Steil steigt das Kirchendach über dem Altar an. Zum Altarraumabschluß fällt das Dach wieder ab. Rechts und links sind Seitenschiffe mit Flachdächern und Glaskuppeln angebaut. Die Sakristei und der Raum für die Orgel befinden sich links neben dem Altarraum.

Unsere Kirche will Ihnen Raum und Anstoß für dieses Gedenken bieten. Sie sind eingeladen, Ihre Gedanken im Gebet vor Gott zu tragen und Ihr Bekenntnis im Gottesdienst mit den Gemeindemitgliedern zu feiern. Wir freuen uns, wenn Sie in diesem Geist unser Gemeindeleben mitgestalten.

Die Glocken

Rechts vom Eingang der Kirche erhebt sich der freistehende Glockenturm [1]. Der Glockenturm und die Außenwände der Kirche sind mit rotem Main-sandstein eingefaßt. Im Glockenturm befinden sich vier Glocken, am 6. März 1964 von der Firma Schilling, Heidelberg, gegossen.

  • Dreifaltigkeitsglocke
    Ton: C',  Gewicht: 2300 kg = 46 Zentner, Durchmesser: 1503 mm.
  • Christusglocke
    Ton: Es', Gewicht: 1337 kg = 26 Zentner, Durchmesser: 1255 mm.
  • Marienglocke
    Ton: F',  Gewicht: 1058 kg = 21 Zentner, Durchmesser: 1162 mm.
  • Johannesglocke
    Ton: As', Gewicht:  762 kg = 15 Zentner,  Durchmesser: 1032 mm.

Grundriss der Kirche Grundriss der Kirche


Das Innere der Johanneskirche

Wenn man über den Kirchplatz in den Vorraum [2] der Kirche tritt, läßt man den Lärm der Königsteiner Straße hinter sich zurück. Eine wohltuende Stille umgibt den Besucher der Kirche. Das Betonglasfenster zeigt in roter und gelber Farbe den Einbruch des Geistes Gottes in diese Welt und in die Kirche. Die blaue Farbe im unteren Teil symbolisiert das Wasser, die lebendige Frische, das Leben, das den Christen in der Taufe geschenkt ist. In der Nachmittagssonne zeigt sich der Vorraum in vielen warmen Farben als einladender sakraler Raum.

Beim Eintritt in den Kirchenraum führt der Blick nach vorne zum Altarraum. Dieser hebt sich durch die drei oberen, von hinten nicht sichtbaren Chorraumfenster tagsüber durch das natürliche Licht vom übrigen Kirchenschiff ab.

Taufstein Taufstein 

Die sakrale Kunst aus Lahn-Mamor und Bronze wurde von dem Koblenzer Künstler Josef Welling gestaltet.
Im hinteren Teil der Kirche steht der Taufstein [3] in der Mitte des Weges nach vorne. Der Taufstein ist gefertigt aus Lahn Marmor und wird mit einem Bronzedeckel, der die Sendung der Apostel und der getauften Christen in die Welt ("Friede sei mit euch! Wie mich der Vater gesandt hat, so sende ich euch." Joh 20, 21) darstellt, oben abgeschlossen. Drei weitere Szenen sind zu sehen: die Taufe eines kleinen Kindes (Mt 28, 19-20), die Handauflegung als Zeichen der Weitergabe allen Heils (Lk 9, 1-6) und eine Familie: Vater, Mutter und zwei Kinder (Mk 10, 13-16). In diesem Bild soll zum Ausdruck kommen, daß die Eltern die ersten Verkünder der Botschaft von Gott sind und der Glaube vom Erzählen, vom Hören kommt. Das Leben, das der Christ in der Taufe empfängt, ist etwas Dynamisches, etwas Bewegendes. Deshalb ist durch eine Vorrichtung im Innern des Taufsteins das Taufwasser fließendes Wasser.

Osterkerzenständer Osterkerzenständer 

Der Osterkerzenständer [4] steht hinter dem Taufstein in der Mitte der Kirche. Er stellt nach der Ostererzählung des Evangelisten Markus die Botschaft des Engels an die Frauen am Grab dar: "Erschreckt nicht! Ihr sucht Jesus von Nazareth, den Gekreuzigten. Er ist auferstanden; er ist nicht hier. Seht, da ist die Stelle, wo man ihn hingelegt hatte. Nun aber geht und sagt seinen Jüngern, vor allem Petrus: Er geht euch voraus nach Galiläa; dort werdet ihr ihn sehen, wie er es euch gesagt hat." (Mk 16, 6-7). Bewußt steht der Taufstein zusammen mit der Osterkerze in der Mitte der Kirche.
Damit soll ausgedrückt, daß durch das Grundsakrament der Taufe der Mensch in die Gemeinschaft der Kirche hineingeboren wird und das neue Leben die Auferstehung in sich trägt. Inmitten der sich zum Gottes-dienst versammelnden Gemeinde lebt der auferstandene Jesus Christus; Zeichen hierfür ist die bren-nende Osterkerze.

 


Altarraum

Weiter geht der Blick über den Fußboden, einen grünen Granitstein aus Südamerika, nach vorne zum Altarraum (für die Besichtigung nicht zugänglich) der Kirche. Der Altar [5] ist der Mittelpunkt dieses Raumes. Er ist ebenfalls aus Lahn-Marmor geschaffen.

 Bronzeverzierungen, die aus dem Unterteil des Altars herauswachsen, tragen die Altarmensa. Der Altarfuß ist aus vier Marmorteilen geschaffen, die jeweils eine nach oben geöffnete Kelchform aufweist. Damit soll das Gebet der Gläubigen und die Darbringung der Gaben von Brot und Wein symbolisiert werden. Die Altarmensa "schwebt" über die-sem Altarfuß, gehalten von vier Bronzeverzierungen.
Symbolisch deutet dies auf das Geschenk von oben, von Gott hin, auf die eucharistischen Gaben von Brot und Wein. Oben und unten, Gott und Mensch treffen sich an diesem Ort der Begegnung. Die achteckige Bodeneinfassung macht auf diesen für uns Christen wichtigen Ort aufmerksam. In der Symbolsprache ist die Zahl acht die Zahl der Vollendung, des vollkommenen Heils. Hier feiern wir als Gemeinde Tod und Auferstehung Jesu Christi gemäß dem Gebot: "Tut dies zu meinem Gedächtnis" (1 Kor 11, 25). Von diesem Altar aus wird das Brot der Eucharistie den Gläubigen ausgeteilt, damit sie sich mit dem auferstandenen Jesus Christus immer wieder neu verbinden. Dieser Altar ist der Mittel-punkt der Kirche und der Gemeinde, die in jeder Eucharistiefeier bekennt: Deinen Tod, o Herr, ver-künden wir und Deine Auferstehung preisen wir, bis Du kommst in Herrlichkeit. Die sechs Bronzeleuchter deuten auf Jesus Christus, das Licht der Welt hin (Joh 8, 12). Die Sitze für die Meß-diener, die Lektoren und die Kommunionhelfer, sowie das Lesepult runden den Altarraum harmonisch ab.

Reliquiengrab Reliquiengrab 

Das Reliquiengrab [6] ist nach alter Tradition im unteren Teil des Altares zu sehen. Hier ruhen die Reliquien der beiden frühchristlichen Heiligen, der Hl. Coelestina und des Hl. Christianus (aus der Altarmensa der alten Johanneskirche), Reliquien des Hl. Vinzenz Pallotti (Stadtapostel Roms und Begründer des Laienapostolats in der Kirche) sowie Reliquien der Sel. Maria Katharina Kaspar (Gründerin der Dernbacher Schwestern). Das Reliquienkästchen ist ein Bronzebehälter, geschmückt mit einer Friedenstaube und einem Ölzweig. Das soll ein Zeichen für unseren Einsatz für Frieden und Gerechtigkeit in dieser Zeit sein.

In den Behälter ist eine Urkunde in lateinischer Sprache eingelassen:

Urkunde Altarkonsekration Urkunde Altarkonsekration 

"Dokument der Altarkonsekration. Delegiert vom Hochwürdigen Herrn Bischof von Limburg, Franz, im Jahr des Herrn 1994, 11.
Mai. Ich, Gerhard Pieschl, Titularbischof von Miseni und Weihbischof von Limburg, habe den Altar zu Ehren des Hl. Johannes Apostel, konsekriert und die Reliquien des Hl. Vincenz Pallotti, Bekenner, und der Sel. Maria Katharina Kaspar, und ebenfalls die Reliquien des Hl. Christianus und der Hl. Coelestina aus dem alten Altar miteingeschlossen. † Gerhard Pieschl, Weihbi-schof von Limburg". (13. Mai 1994)

Ambo Ambo 

Ebenfalls aus Lahn-Marmor ist der Ambo [7] (links vom Altar) gearbeitet. Auf den bronzeverzierten Ambo wird das Buch der Heiligen Schrift gelegt; von dort aus wird der versammelten Gemeinde das Wort des Lebens verkündet. Der Ambo ist der Ort der frohen und befreienden Botschaft Jesu Christi. Hier dürfen wir Christe

n Kraft schöpfen aus dem lebendigen Wort Gottes an uns heute, damit wir "stets bereit sind, jedem Rede und Antwort zu stehen, der nach der Hoffnung fragt, die uns erfüllt." (1 Petr 3, 15). Auf den kleinen [7a], aus Bronze geschaffenen Ambo rechts des Altars wird das Evangelienbuch nach der Verkündigung gelegt. Gleich wie die Eucharistie im Tabernakel ist dieses aufgeschlagene Buch der Bibel ein Zeichen der ständigen Gegenwart Jesu Christi in der Gemeinde.

Kreuz Kreuz 

Das Kreuz [8] aus Bronze hinter dem Altar zeigt Jesus als den gekreuzigten und zugleich auferstandenen Herrn. Für uns Christen ist dieses Kreuz das Zeichen des Heils und der Befreiung (vgl. Phil 2, 5-11). Dieses Altarkreuz weist darauf hin, daß die Gemeinde sich um diesen erhöhten und auferstandenen Herrn versammelt. Er ist der Herr der Kirche und unserer Gemeinde. Mit offenen Armen lädt er ein, den Weg des Glaubens zu gehen und seiner Botschaft von einem erfüllten und sinnvollen Leben zu trauen.


Der Tabernakel [9] ist im rechten Seitenschiff untergebracht. Diese Seitenkapelle soll ein Ort der Anbetung sein. Der aus Bronze gefertigte Tabernakel wird von einem achteckigen Fuß getragen. In der Frontansicht stellt er den Beginn des Johannes-evangeliums dar "Das Wort ist Fleisch geworden" (Joh 1, 1-17). Rechts davon sind Jesus und die beiden Jünger Petrus und Johannes nach seiner Auf-erstehung (Joh 21, 15-23) zu sehen. Die rechte Seitenansicht zeigt, Maria von Magdala, in der Be-gegnung mit dem auferstandenen Jesus. Sie ist die erste Zeugin der Auferstehung Jesu (Joh 20, 11-18).
Rechts daneben eine sehr innig dargestellte Kreuzigungsszene mit Maria und Johannes (Joh 19, 17-35). Die linke Tabernakelseite schmückt das Bild der Fußwaschung (Joh 13, 1-20) und die sehr schöne Darstellung des kleinen Jungen mit Jesus und dem Apostel Andreas, die sogenannte Brot-vermehrung (Joh 6, 1-15). Auf dem rückwärtigen Teil des Taber-nakels ist die Silhouette der Stadt Frankfurt dargestellt. Menschen in verschiedenen Lebenssituationen sind zu sehen. Auch die Türme der beiden christlichen Kirchen Unterliederbachs, der evangelischen Stephanus- und der katholischen Johanneskirche, sind erkennbar. Pfarrer der evangelischen und katholischen Kirche reichen sich als Zeichen der Einheit im Glauben die Hände. Eine Besonderheit des Tabernakels liegt zudem darin, daß sowohl die Vorder- als auch die Seitenteile geöffnet werden können und diese Offenheit ein ein-ladendes und sammelndes Zeichen darstellt.

Das ewige Licht [10] links des Tabernakels, das an diesem Ort brennt, zeigt an, daß dieser Ort für uns Christen heilig ist. Hier ist Jesus Christus im Zeichen des Brotes unter uns.

Pfarrpatron, Hl. Johannes Hl. Johannes 

Links vorne befindet sich eine Bronzestatue unseres Pfarrpatrons [11], des heiligen Apostels und Evangelisten Johannes. Mit der rechten Hand ist seine predigende Tätigkeit dargestellt. Mit der linken Hand zeigt er auf den Altar und das Kreuz. Der heilige Johannes ist durch sein Evangelium vom Wort, das zum Heil der Menschen in die Welt gekommen ist (Joh 1, 1-17), für uns als Gemeinde der Wegweiser zu Jesus Christus hin. Er führt durch sein Evangelium, der Botschaft vom Reich Gottes, die Gemeinde zu Jesus Christus, dem gekreuzigten und auferstandenen Herrn (Altarkreuz). Ein Stein von der Insel Patmos, auf der er nach der Überlieferung die Apokalypse geschrieben hat, ist auf dem Sockel in einer Bronzehalterung zu sehen.

Muttergottesstatue MutterGottes 

Im linken Seitenschiff hat die Muttergottesstatue [12] einen würdigen Platz. Die Statue ist die Nach-bildung eines Originals (geschaffen 1493), die im Hochaltar der ehemaligen Klosterkirche in Blaubeuren steht. Dargestellt ist eine jüdische Frau mit einem Gebetsschal um den Kopf. Ihr Kind hält sie auf dem rechten Arm. Jesus trägt in der linken Hand einen Apfel als Zeichen, daß er der "neue Adam" ist, der den "alten Adam" besiegt und den Menschen das neue Leben geschenkt hat (Röm 5, 12-21). Diese Muttergottesstatue, in gotischer Stilrichtung gearbeitet, fügt sich gut in den modernen Kirchenraum ein. Durch die ruhige Farbgebung und das freundliche Gesicht der Muttergottes und des Jesus-kindes lädt sie zum persönlichen Gebet ein. Viele Kerzen brennen hier täglich auf einem bronzenen Lebensbaum.

Rund um das Kircheninnere sind die Apostelleuchter [13] aus Lahn-Marmor und einem Bronzestift angebracht. Diese stellen die Tradition der katholischen Kirche dar, die auf das Fundament der Apos-tel gebaut ist. Bei festlichen Gottesdiensten und an Apostelfesten werden die Kerzen der Apostelleuchter entzündet. Darunter sind die 12 Weihesteine angebracht, die der Bischof bei der Konsekrati-on der Kirche gesalbt hat.

Somit ist die Kirche aus dem Profanen herausgenommen und für den heili-gen Dienst als Ort der Begegnung des Menschen mit Gott bestimmt. Darunter sind 12 Steine von wichtigen Orten der Christenheit angebracht. Sie sind Zeugnis dafür, daß überall auf der Welt Orte des Bekenntnisses zu Jesus Christus zu finden sind. Von links nach rechts sind Steine von folgenden Orten zu sehen: vom Ölberg in Jerusalem, vom Kolosseum in Rom, aus Damaskus in Syrien, aus Copacabana in Bolivien, aus Santiago in Spanien, aus Taizé in Frankreich, von den Domen in Mainz, Limburg und Köln, von der Insel Patmos in Griechenland, aus den Sebastianuskatakomben in Rom und von der Peterskirche imVatikan.

Wandbehang - Kreuzweg Wandbehang

Die gewebten Wandbehänge des Kreuzwegs [14] der Johanneskirche wurden von Ortrud Diepen-Spatz entworfen und gearbeitet und stellen den traditionellen Weg Jesu vom Präteritum des Pilatus in Jerusalem bis zum Tod am Kreuz auf Golgotha und der Grablegung dar. Die dunkelrote Farbe der Wandbehänge, die von je vier Bronzenägeln gehalten werden, bringen eine angenehme Wärme ins rechte Seitenschiff.
Links neben dem Eingang zur Sakristei ist ein Wandbehang mit der Darstellung des Hl. Johannes des Täufers [15], der Jesus im Jordan tauft, zu sehen:
"Jesus läßt sich von Johannes taufen. Auge in Auge steht er vor dem Täufer, die Hände hängen ganz herunter in der Bereitschaft des Geschehenlassens. Danach beginnt Jesus das ihm vom Vater aufge-tragene Werk der Liebe unter den Menschen." (Dr. Rudolf Diepen, 1994) Wandbehänge des Kreuzwegs von Ortrud DiepenSpatz

Durch die je sieben Säulen rechts und links ist unsere Kirche eine Wegkirche. Beim Eintreten bekreu-zigen wir Christen uns mit geweihtem Wasser in Erinnerung an die Taufe. Dieses Ereignis wird darge-stellt im Taufstein und der Osterkerze, die inmitten der Kirche aufgestellt sind. Der Weg weiter nach vorne führt zum Altar, auf dem wir das Mahl Jesu Christi immer neu feiern, das im Tod, dargestellt durch das Altarkreuz, und der Auferstehung Jesu Christi seinen Ursprung hat. Das Altarfenster führt diesen Weg weiter.
Am Ende der Zeiten wird Jesus Christus als der Wiederkommende Welt und Menschen richten und zu einem guten Ende führen (Offb 22, 8-21).

 


Die Fenster der Johanneskirche 

Glas - Farben - Licht

Fenster im AltarraumFensterGeprägt wird das gesamte Kirchengebäude von St. Johannes Ap. durch helles Licht, das durch die Farben des Fensterglases und ihre Abstimmung gestaltend wirkt. Der Kirchenraum erfährt seine Prä-gung von der Chorwand her.

Hier befindet sich ein Altarbild [16] mit einem Thema aus der Offenbarung des Heiligen Johannes, entworfen von Johannes Beeck.

Ein Besucher, der die Kirche bei Sonnenschein betritt, erlebt ein faszinierendes Farbenspiel: Blutrot, Weiß, Gelb und ein Schwarzblau, das einem Gewitterhimmel gleicht, fesseln den Blick. Eine Darstel-lung, die näherer Erklärung bedarf, beherrscht die Chorwand: Die Szenen aus dem Leben einer frem-den und bedrohlichen Welt scheinen keinen Platz im Neuen Testament zu haben.
Hat denn das Bild etwas mit dem Apostel Johannes zu tun, dessen Namen die Kirche trägt?
Der Betrachter erkennt sofort, daß es sich nicht um eine Darstellung des Lieblingsjüngers handelt, sondern um eine Perikope aus der Apokalypse des Johannes (Offb 19, 11-20,6).

Der Seher Johannes geht auf der Insel Patmos in einer apokalyptischen Vision den Weg von der Gegenwart der Menschheit bis hin zum Ende der Welt. "Und ich sah den Himmel geöffnet, und da! Ein weißes Pferd! Und der Reiter darauf heißt "Treu" und "Verläßlich"; er richtet und kämpft mit Gerechtigkeit." (Offb 19, 11). Gott läßt ihn sehen, wie die Menschen immer wieder gegen seinen Willen verstoßen, und er nennt die Strafen, die er über sie kommen läßt. Dennoch zeigt er, daß er allen Menschen jederzeit die Möglichkeit zur Umkehr läßt, auch in der größten Not und in der nach Ausweg suchenden Verzweiflung.

Die Gestalt Jesu Christi beherrscht das ganze Kunstwerk. Majestätisch sitzt er auf einem weißen Pferd, das in der Mitte des Erdkreises regungslos verharrt. Pferd und Reiter haben ihren durchdrin-genden Blick auf den Betrachter gerichtet. Jesus Christus ist von einem blutbefleckten weißen Ge-wand umhüllt, das am Saum in griechischen Buchstaben die Aufschrift trägt "König der Könige und Herr der Herren"; seinen Kopf schmücken Diademe, dem Mund entfährt ein zweischneidiges Schwert. Ihm folgt auf einer blutroten Straße ein unbewaffnetes, weißgekleidetes Heer auf weißen Pferden. Alle entströmen, von Lichtstrahlen umgeben, dem geöffneten Himmel (Offb 19, 13-16). Jesus Christus kehrt als Sieger über den Tod zur Erde zurück, in seinem Gefolge die Heere der Engel und der Ge-rechten. Der Auferstandene hält Gericht über die gottfeindlichen Mächte der Erde.

In der oberen linken Ecke des Bildes steht lichtumflutet ein großer Engel. Seine Position macht ihn von überall her sichtbar. Mit einer einladenden Geste ruft er die schwarzen Vögel des Himmels zu sich, die seinem weisenden Arm folgen und in die schwarzblaue Tiefe niederstoßen. (Offb 19, 17).
Noch ehe sich die Streitmacht der Tiere und des König's formiert hat, lädt der Engel zum Leichen-schmaus ein. Darin kommt die Gewißheit der Niederlage der Feinde Gottes zum Ausdruck. Gott setzt sich gegenüber seiner Schöpfung durch und läßt seinem Volk Recht zuteil werden.

Den unteren Bildausschnitt beherrschen dunkle Farben. In der Mitte erkennt man ein heilloses Durcheinander von toten Menschen und Pferden, dazwischen liegen verlorene Kronen und Schilde. Unheilverkündend schweben über allem die schwarzen Vögel. Links unten lodern rote Flammen, die einen gekrönten Menschen und ein drachenähnliches Tier zu verschlingen drohen. Auf der gegenüberliegenden rechten Seite steht ein Engel. Im linken Arm trägt er einen mächtigen Schlüssel, mit der Rechten hält er eine schwere Kette, an die eine Schlange gefesselt ist. (Offb 20, 1-3).
In ohnmächtigem Aufbäumen ziehen das Tier (=Sinnbild für die Vergötzung von menschlicher Macht) und der falsche Prophet im Kleid eines Königs (=Verführer zu falschem Kult) in den Kampf. Christus siegt gegen sie allein mit der Kraft seines Wortes, dargestellt im Schwert, weil sich Gott selbst, redend und handelnd in ihm offenbart. Der Engel hält den Initiator allen menschlichen Widerstandes gegen Gott, den Satan (=Schlange), in der Unterwelt für 1000 Jahre gefangen. Die Gerechten, wohlgeordnet hinter dieser Szene in Warteposition verharrend, haben sich in der endzeitlichen Auseinandersetzung bewährt und den feindseligen Mächten widerstanden; nach dem kommenden Endgericht werden sie mit Christus die Herrschaft übernehmen. Noch brennen Feuer um die im rechten unteren Eck darge-stellte Stadt, die durch den Lichtstrahl des Engels erhellt wird - und doch liegt die Vision vom "himmlischen Jerusalem", dem Leben mit Gott, in greifbarer Nähe.
Zu beiden Seiten der Chorwand sind hohe schmale Fenster, die bislang mit Glasbausteinen geschlos-sen waren und deren Aufgabe es war, dem Altarbereich Licht zu geben, als dieser sich noch im Chor befand. Diese Lichtbänder [17] nahmen dem großenFarbglasfenster durch Überstrahlung etwas von seiner Wirkung. Dem wurde daher durch die Verglasung mit Opal-Echtantikglas abgeholfen. Thematisch sind die beiden Seitenfenster dem mittleren als eine Art Rahmen zugeordnet worden. Da sie im rechten Winkel zur Chorwand stehen, ergibt sich aus den senkrechten und waagerechten Balken der Gliederung eine dreidimensionale Perspektive, die in das visionäre Bild hineinführt. In den unteren Fensterfeldern links und rechts bilden nach unten gebogene Balken eine Verankerung im Irdischen. Im linken unteren Fenster erinnert eine schattenartige Figur, die einen Schreibgriffel hält, an den Seher Johannes, dem wir diesen grandiosen Text verdanken.

Rundfenster SeitenschiffRundfenster 

Ganz anderen Überlegungen entstammen die Entwürfe für die je drei Rundfenster [18], durch die von oben Licht in die Seitenschiffe fällt. Deutlich handelt es sich um ein mehrfach abgewandeltes pflanzliches Motiv in der Art, wie man es schon in den Verglasungen gotischer Rundfenster findet. In diesem ist die Grundform der Blüte der Ackerwinde nachgebildet, deren alte Bezeichnung auch Liebfrauenkelch lautet. Im Inneren eines jeden der fünfblättrigen Blütenkelche leuchten rote und gelbe Farbbänder auf, die auch als von oben kommende feurige Zungen gedeutet werden mögen. Die Lichtbänder an den Seiten des Altarbildes und die Oberlichter in den Seitenschiffen wurden vom Maler und Bildhauer Joachim Pick entworfen und von der Firma H. Schillings, Frankfurt-Schwanheim, ausgeführt.


Klais-OrgelOrgel 

Die Klais-Orgel [19] wurde am 3. Adventssonntag 1996 in einem feierlichen Gottesdienst eingeweiht.

  • Das Orgelwerk besitzt 25 klingende Register auf 3 Manualen und Pedal.
  • Das Instrument hat insgesamt 1708 Pfeifen, davon 72 in Holz und 1636 in einer Zinn-Blei-Legierung.
  • Im Prospekt der Orgel stehen 80 Pfeifen, die längste Pfeife mit ca. 5m, die kürzeste nur wenige Zentimeter.
  • Das Gesamtgewicht der Orgel beträgt ca. 9500kg.
  • Die Außenmaße des Gehäuses betragen : Höhe = 7m, Brei-te=4,3m, Tiefe=2,5m.

OrgelwerkpfeifenOrgelwerkpfeifen 

Die Disposition des Instruments erstellte Domkapellmeister Hans-Otto Jakob (Frank-furt) als zuständiger Orgelsachverständiger des Bistums Limburg in Zusammenarbeit mit Hans-Gerd Klais. Die techni-sche Konstruktion sowie die Prospektgestaltung entwarf Klaus Flügel. Die Intonation des Instruments lag in den Händen von Rolf Linden.
Ungewöhnlich erscheint zunächst die Verteilung von 25 klingenden Registern auf 3 selbständige Ma-nualwerke und Pedal, was bei einer Orgel dieser Größenordnung selten anzutreffen ist. Die Konzepti-on dieser Orgelanlage zeigt ein großes Hauptwerk, das auf 2 Manualladen verteilt ist. Das 3. Manual dient als schwellbares Solowerk mit farbigen Registern.
Die Orgelarchitektur ist in Abhängigkeit zur Orgeltechnik, aber auch in Konsequenz zum modernen Kirchenraum entwickelt worden. Die Orgelgehäusekörper strahlen Ruhe und Spannung zugleich aus. Auf der einen Seite nimmt das so gestaltete Gehäuse Bezug zur Raumarchitektur, lehnt sich an die Gestaltung der seitlichen Fensterfelder an, auf der anderen Seite steht der Gehäusekörper zum inneren Aufbau des Instruments. Im Grundriß schwingt der Orgelkörper zum Chorbereich hin leicht vor. Im Gegensatz zur vorhergehenden Orgel ist das Werk überwiegend vertikal gegliedert und nimmt somit die Linienführung des Chorbereichs auf. Auf diese Weise ordnet sich das Orgelwerk dienend in den Altarbereich als Ort des liturgischen Geschehens ein.
Somit ist der Organist als teil der feiernden Gemeinde in unmittelbarer Nähe von Altar und Ambo und am liturgischen Geschehen beteiligt, ohne den Altarraum einzuschränken.


Missionskreuz und Fürbittenbuch Missionskreuz und Fürbittbuch 

Missionskreuz und Fürbittenbuch [20], das Missionskreuz besitzt einem ausdrucksvollen Christus-körper ohne Dornenkrone. Derselbe war von einem im Dritten Reich verfolgten Juden aus den Trümmern gerettet und verborgen worden, er gelangte auf Umwegen in unsere Gemeinde. Der davor be-findliche Betstuhl lädt zum Gebet ein, es ist der Ort der Stille - Ort des Gebetes. Daneben liegt auf einen Pult ein Fürbittenbuch aus.
In der besonderen Atmosphäre dieses Ortes fällt es oft leichter als im privaten Bereich oder gar an öffentlichen Orten und Plätzen, still zu beten. Nehmen Sie das Angebot, ihre Gebete schriftlich zu formulieren, an. Denn das bewusste Niederschreiben von Gedanken, Anliegen und Bitten kann helfen loszulassen und es in die guten Hände Gottes, der Mutter Gottes Maria oder anderer Fürsprecher zu legen.
Die Erfahrung zeigt, es tut immer wieder gut, wenn man so manches "schwarz auf weiss" an einem speziellen Ort deponieren kann. Natürlich weiss Gott schon vorher, was Menschen nötig haben, doch scheint diese Dokumentation der Hilfsbedürftigkeit wichtig zu sein. Denn was Gott schriftlich in seinen Händen hält, wird auch in die Tiefen eines väterlich-mütterlichen Herzens dringen.

Baum des Lebens Baum des Lebens Der "Baum des Lebens" [21] erinnert

  • an die Verstorbenen unserer Gemeinde,
  • an die Getauften in unserer Gemeinde.

Darüber hinaus erinnert er

  • die Gemeinde daran, wie wichtig jeder Einzelne für Gott und für unsere Gemeinde ist,
  • jeden Einzelnen in der Gemeinschaft daran, was ihn mit der Gemeinde verbindet,
  • uns Christen an die Zusage unseres Glaubens: "Im Leben wie im Sterben gehören wir dem Herrn"

Das Chrismarium 

Chrismarium21c1_Chrismarium 1

Es ist in der Kirche, links neben dem Baum des Lebens, zu finden. Die „Heiligen Öle“ haben einen besonderen Aufbewahrungsort, das Chrismarium [21] (links neben dem Baum des Lebens). Die Bezeichnung geht auf das griechische Wort Chrisma = Öl zurück.

Durch diese Neuerung erhalten die „Heiligen Ölen“ den  Stellenwert, der ihnen liturgisch zusteht.  Sie sind ein wichtiger Bestandteil unseres sakramentalen Verständnisses und haben einen würdigen, sichtbaren Platz verdient.  Denn durch die Salbung mit ihnen wird körperlich spürbar, wie Gott Heil und Heilung des Menschen will und bewirkt. In dem durch Panzerglas gesicherten Chrismarium, verziert durch einen Olivenzweig, haben die drei Gefäße für die „Heiligen Öle“ ihren Aufbewahrungsort.

Das Gefäß für das Chrisam-Öl ist mit zwei biblischen Darstellungen verziert.

1. Samuel - Kapitel 16, Davids Salbung zum König1. Samuel - Kapitel 16, Davids Salbung zum König 

1 Sam 16,13 - Da nahm Samuel das Ölhorn und salbte ihn inmitten seiner Brüder. Und der Geist Jahwes geriet über David von selbigem Tage an und hinfort. Und Samuel machte sich auf und ging nach Rama.

Matthäus - Kapitel 3, Johannes der TäuferMatthäus - Kapitel 3, Johannes der Täufer 

Mt 3,13 - Dann kommt Jesus aus Galiläa an den Jordan zu Johannes, um von ihm getauft zu werden.

Drei verschiedene Öle werden in der Liturgie der katholischen Kirche bei der Feier bestimmter Sakramente und Sakramentalien genutzt:

Chrisam-, Katechumen-, KrankenölChrismarium 

• Chrisam (ostkirchlich: Myron), wohlriechend und besonders wertvoll, wird bei der Firmung, daneben auch bei der Taufe und Priesterweihe sowie bei der Kirch- und Altarweihe verwendet.

 • Katechumenenöl, zur Salbung eines Taufbewerbers („Katechumene“) während seines Katechumenats bzw. eines Täuflings vor der Taufe

 • Krankenöl, auch Oleum Infirmorum genannt. Das Öl für die Geschwächten wird zur Salbung von Kranken bei der Krankensalbung verwendet.

 Die Gefäße sind zur Unterscheidung der verschiedenen Öle mit den entsprechenden lateinischen Bezeichnungen gekennzeichnet. Dabei steht O.I. für oleum infirmorum (Krankenöl), S.C. für sanctum chrisma (Chrisam) und O.C. für oleum catechumenorum (Katechumenenöl). Reste der Heiligen Öle des vergangenen Jahres werde in der Osternacht im Osterfeuer verbrannt.

 Die Gestaltung und Ausführung der Gefäße und des Chrismarium entstammen der Hand des Künstlers Josef Welling aus Koblenz.

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