St. Michael Sossenheim

Informationen Nr. 14 von Pfarrer Martin Sauer - 29.04.2020

Erste Lockerungsmaßnahmen unter strengen Auflagen sind angekündigt. Erste Gottesdienste sollen ab dem Wochenende 9./10. Mai in unserer Pfarrei Sankt Margareta wieder möglich sein. Lesen sie hier, welche Aktivitäten dazu in den kommenden Tagen anlaufen. [Aktualisiert 29.04.2020, 18:17 Uhr]

Ja, groß hat der HERR an uns gehandelt. Da waren wir voll Freude. Wende doch, HERR, unser Geschick wie die Bäche im Südland! Die mit Tränen säen, werden mit Jubel ernten. (Ps 126,3-5)


Liebe Schwestern, liebe Brüder,

das Buch der Psalmen, wie eigentlich das ganze Alte Testament zeichnet sich durch die häufig anzutreffende blumenreiche, emotionale Sprache aus. Als nüchterne Mitteleuropäer können wir damit nicht immer etwas verbinden, aber sie gelegentlich zu lesen und sich in schönen oder weniger schönen Phantasien aus 1001 Nacht zu ergehen ist auch eine schöne und bereichernde Abwechslung unseres tristen Deutschen Alltags.

Ich gebe zu, ich freue mich über den Psalm 126. Es ist ein Lieblingspsalm von mir und ich habe, als ich den Plan für die geistlichen Worte erstellte, mir diesen Psalm zum Abschlusswort meiner Rundschreiben an Euch notiert. Dieser Psalm wurde im Abschlussgottesdienst nach dem Diplom meines Jahrgangs in Sankt Georgen gesungen. Es ist ein Wallfahrtspsalm, den das auserwählte Volk unmittelbar nach der Rückführung aus dem Exil ins gelobte Land betete. Er blickt zurück auf die befreiende Handlung Gottes und schildert die Gewissheit, dass Gott in schweren Zeiten immer wieder eingreifen wird, um zu retten. Auch wenn wir uns aus unseren häuslichen „Exilen“ ganz langsam wieder in das öffentliche Leben trauen dürfen, macht er aber dennoch deutlich, dass die Situation eben noch nicht überwunden ist und wir alle daran arbeiten müssen, dass Gottes rettende Tat nicht ein Eingreifen von außen in die Welt in aller Ausschließlichkeit bedeutet, sondern sich auch ganz explizit an das Handeln der Protagonisten, also uns, richtet. Wir alle können dazu beitragen, dass Gottes rettende Tat auch ein rettendes Geschehen, d.h. aus dem Unheil herausnehmend, dabei aktiv an der Zukunft orientiertes Handeln bedeutet. Dem versuchen wir natürlich auch als Pfarrei gerecht zu werden, einerseits zu bewahren und andererseits sich an der Zukunft zu orientieren. Damit möchte ich Euch wieder einige Informationen geben.

 

Wiederaufnahme der Gottesdienste

Der hessische Ministerpräsident hat in seiner Ansprache bereits schon erklärt, dass ab dem 1. Mai wieder Gottesdienste unter besonderen Auflagen stattfinden dürfen. Momentan werden diese Auflagen seitens des BO Limburg noch konkretisiert und uns am 1. Mai zugesandt. Am 4. Mai wird sich ein Planungsstab mit diesen Auflagen befassen und sich in ein Hygiene- und Sicherheitskonzept einarbeiten, das wir als Pfarrei gerne an alle senden werden, um über unsere Sicherheitsvorkehrungen und auch leider Einschränkungen transparent zu informieren. Diese werden dann in der nächste Woche auch in den Kirchen unserer Pfarrei baulich umgesetzt werden.

Desgleichen sind noch einige rechtliche Fragen zu klären. Weiterhin wird diese Gruppe auch klären, welche der Gottesdienste stattfinden, wie eine würdevolle Gestaltung trotz der Einschnitte gewährleistet werden kann und wie wir möglichst für unsere Gemeindemitglieder einen sinnvollen und akzeptablen Weg finden an den Gottesdiensten teilzunehmen.

Mir ist dabei wichtig, dass das Konzept, weil es Änderungen von Gewohnheiten beinhalten wird, von möglichst vielen getragen wird. Aus diesem Grund werden noch der Pfarrgemeinderat, der Verwaltungsrat und das Pastoralteam zustimmen und die Ortsauschüsse in die Umsetzung vor Ort einbezogen werden. Diese offene und transparente Planung bedarf allerdings eines Vorlaufes, damit einige Gottesdienste voraussichtlich zum 9./10. Mai wieder beginnen können.

Gegen Ende der nächsten Woche können alle informiert werden. Die Wege der Information sind vielfältig. Zunächst die Homepage, mein Rundschreiben an Euch, die Aushänge, Vermeldungen in den Zeitungen und in den sozialen Medien. Mir ist bewusst, dass es nach dem ersten Gottesdienst noch zu Anpassungen kommen wird, aber wir werden nach Möglichkeit alles so planen, dass es reibungslos zur Feier unserer Gottesdienste kommen kann. Auf der Homepage werden dann auch die Maßnahmen zu finden sein, die wir getroffen haben, damit der größtmögliche Infektionsschutz gewährleistet werden kann.

 

Hygienekonzept

Die Richtlinien für das Hygienekonzept liegen vor, der Planungsstab Corona wird dies in Abstimmung mit den Gremien erarbeiten. Ich werde es Euch zusenden und über die Homepage ist es ab dem 8. Mai abrufbar.

Stadtläuten

Unsere Glocken läuten um 19:30 Uhr zum häuslichen Gebet und zum Denken an andere. Es ist am 20. März seitens der christlichen Kirchen gestartet worden, um den Zusammenhalt zu signalisieren und gleichzeitig einzuladen, im Gebet miteinander verbunden zu bleiben und an andere zu denken. Mit dem Entzünden einer Kerze wurde dies nochmals bekräftigt. Letzteres ist durch die Zeitumstellung und das gefeierte Osterfest vielfach eingeschlafen. Das allabendliche Läuten wird nun zum 4. Mai beendet.

Unsere Pfarrei verlängert dies noch bis zum 9. Mai, weil wir bis zu diesem Zeitpunkt noch keine Gottesdienste feiern werden. Mit der Wiederaufnahme unserer Gottesdienste werden wir dann diese Aktion des Läutens ebenfalls beenden.

Verwaltungsrat

Der Verwaltungsrat ist gewählt worden. Mitglieder sind:

Frau Lieselotte Bollin, Herr Michael Brand, Herr Walter Dill, Herr Hans-Georg Fröhlich, Herr Christof Hampel, Herr Dr. Reiner Kowalkowski, Herr Dr. Karl-Josef Schmidt, Herr Marcus Schröder, Herr Wilhelm Stappert, Herr Georg Wieland.

Von Seiten des Pfarrgemeinderates ist Frau Yasemine Stoppel im Verwaltungsrat vertreten. Der Pfarrer ist als Vorsitzender gesetztes Mitglied.

Dem neuen Verwaltungsrat wünsche ich alles Gute und viele Kreativität in diesem verantwortungsvollen Dienst.

 

Zentrales Pfarrbüro

Das Zentrale Pfarrbüro ist über den 4. Mai hinaus bis zum 8. Mai telefonisch von 09:00 Uhr bis 15:00 Uhr über die übliche Telefonnummer zu erreichen, bleibt aber noch geschlossen, bis weitere Lockerungen umgesetzt werden können.

Kooperator

Pfarrer Christian Enke ist morgen den letzten Tag im Dienst unserer Gemeinde. Leider kann momentan keine offizielle Verabschiedung stattfinden, was ich sehr bedaure. zehn Jahre Kooperator sind eine lange und prägende Zeit. Sie sollte nicht einfach so zur Kenntnis genommen werden.  Auf diesem Weg möchte ich ihm offiziell herzlichst für alles danken (inoffiziell mache ich das natürlich auch noch ...).

Hier ließe sich viel Schreiben, was den Rahmen sprengen würde. Wir werden dies natürlich nachholen, obgleich es wahrscheinlich dann weniger den Charakter einer Verabschiedung haben wird, als vielmehr einer dankbaren Erinnerung. Gleichwohl wird aber Zeit und Raum bleiben, den Dank der Pfarrei auch zu zeigen.

ausBlick Mai

Der ausBlick für Mai wird in zwei Teilausgaben erscheinen. Die erste Ausgabe wird am kommenden Freitag online gestellt. Die Gottesdienste werden in dieser Teilausgabe des ausBlick dann zum 8. Mai ergänzt, weil sie bisher noch nicht feststehen. Ab dem 16. Mai wird die zweite Teilausgabe erscheinen. Beide Ausgaben wird es nur online geben, ausgedruckte Ausgaben in Kurzform werden ab dem 6. Mai ebenfalls zur Verfügung stehen. Bitte informiert Euch auch über die Homepage und den Gottesdienstkalender auf der Homepage.

Infos aus dem Pastoralteam

Das Pastoralteam tagte heute wieder per Video-Chat. Hauptsächlich wurde über die Wiederaufnahme der Gottesdienste besprochen, dabei Anregungen und Vorschläge für den Planungsstab erstellt, sowie die Ideen für das kommende Pfingstfest erörtert.

Infos aus dem Pfarrgemeinderatsvorstand

Aus dem PGR Vorstand liegt momentan noch nichts Neues vor. Er ist Mitglied im Planungsstab Corona und an der Ausarbeitung des Konzeptes für die Wiedereinführung der Gottesdienste beteiligt.

Stefan Abel, PGR Vorsitzender und Martin Sauer, Pfarrer


Liebe Schwestern, liebe Brüder,

träumen ist erlaubt und auch gewünscht. Das Volk Israel war nach den Sätzen des Psalmes schon ein träumendes Volk gewesen. Viele träumen jetzt von der Zeit nach der Pandemie und schmieden Pläne. Ob sie sich realisieren lassen, ist noch nicht gewiss, aber davon zu träumen ist immer erlaubt.

Dass aus manchem Traum auch eine Wirklichkeit werden kann, ist uns allen schon einmal passiert. In der Hoffnung, dass nur die schönen und fröhlichen Träume Realität wurden … Auch wir in der Kirche träumen von vielen Dingen, momentan von einem geregelten Gemeindeleben ...

Aber Träume dürfen weiter gehen und nur eine Kirche, die träumt ist auch eine Kirche, die lebt und sich ändern kann. Ich träume davon, dass ich Euch mit den 14 Ausgaben der Informationen etwas an Transparenz haben bieten können, um etwas Zusammenhalt in der Pfarrei zu schaffen. Mir ist bewusst, dass von uns als Team und von mir als Pfarrer mehr erwartet wurde als überhaupt nur zu leisten möglich war.

In dieser Form ist dies der letzte Brief in der Corona Zeit, den ich an Euch schreibe. Die Zeiten haben sich schon merklich geändert und nun wird es wieder andere Wege der Kommunikation geben. In der nächsten Woche erhaltet Ihr den Gottesdienstplan und unser Konzept wie wir weiterhin mit der Situation und unseren Gottesdiensten umgehen können. Vielleicht hattet Ihr etwas Freude an den Beilagen.

Bleibt weiterhin gesund bis zu einem persönlichen Wiedersehen, wenn Ihr möchtet

Euer Pfarrer Martin Sauer

 

Link

Informationen Nr. 14 von Pfarrer Martin Sauer als Pdf

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