Sankt Margareta Frankfurt

Vernissage Ausstellung Vielfältig Verbunden

Vernissage zur Ausstellung Vielfältig verbunden. Vom 03.- 25.09.2022 veranstaltet die katholische Pfarrei Sankt Margareta in der Kirche St. Michael in Sossenheim ein besonderes Ausstellungs-Projekt, das die Menschen im Frankfurter Westen über zentrale Themen unserer Zeit ins Gespräch bringen soll.

 Frau Bollin, Mitglied im Ausschuss Erwachsenenbildung der Pfarrei Sankt Margareta, eröffnet die Vernissage mit einer Festrede, die Sie im nachfolgenden auszugsweise lesen können.

 

Guten Abend an Sie alle und herzlich Willkommen hier bei uns in der Katholischen Kirche St.Michael in Sossenheim. Zur Begrüßung konnten Sie schon die Stimmung hier genießen. Die wunderbaren Bilder von Julia Belot, die herrliche Musik, gespielt von Roman Kuperschmidt und das in unserer großen und schönen Konzilskirche St.Michael, erbaut vom Architekten Hans Busch.

Mein Name ist Lieselotte Bollin, Mitglied im Ausschuss Erwachsenenbildung unserer Pfarrei Sankt Margareta. Ich begrüße Sie im Namen von Julia Belot, und im Namen der Pfarrei Sankt Margareta, deren Bildungsausschuss die Initiative zu dieser Veranstaltung ergriffen hat. Hier möchte ich besonders Armin Kopp und seiner Frau Brigitte danken, die Julia bei einer Ausstellung kennengelernt haben und die Idee hatten, auch in Sossenheim diese wunderbaren Bilder zu zeigen.

Wir freuen uns sehr, diesen Kirchenraum, der uns Sossenheimern so vertraut ist, mit Malerei und Musik zu erfüllen. Julia Belot hat die Überschrift zu ihrer Ausstellung gewählt: „Vielfältig verbunden“. Die Portraits hier um den Altar herum hat sie zusätzlich mit der Aussage: „Dir ins Gesicht geschrieben“ versehen.

Ich möchte Ihnen ein paar Gedanken zu den Bildern nahe bringen.

Jeder/jede von uns ist zufällig in eine Gesellschaft hineingeboren worden. Wir wurden von Eltern und Großeltern, von der Gemeinschaft in der wir leben sozialisiert, erzogen, mit Werten ausgestattet. Wir haben vielleicht eine Religion kennengelernt, Werte, die unseren Zusammenhalt sichern. Wir erleben Gesellschaftsformen wie Demokratie und Diktatur und müssen uns im Laufe unseres Lebens dazu positionieren und für Freiheit und Frieden auch bereit sein einzutreten. Ins Gesicht geschrieben sind uns am Ende unsere Erfahrungen, die schönen und die schrecklichen Erlebnisse unseres Lebens. Menschen tun einander nicht immer Gutes an, auch unvorstellbare Grausamkeiten fügen wir Menschen einander zu. Mit diesen Lebenserfahrungen müssen wir umgehen. Manchem gelingt dies gut, manchem weniger gut, manche zerbrechen daran. Die Portraits der jüdischen Menschen, die Sie um den Altar herum an den Wänden sehen, wurden von Julia Belot nach alten schwarz-weiß Fotografien gemalt. Alle diese Menschen waren verbunden mit anderen Menschen in ihrem Umfeld. Sie hatten Freunde, Nachbarn, Schulkameraden, Kollegen.  Trotz dieses eingebunden Seins in die Gesellschaft, hat der rassistische Wahn des dritten Reiches zu ihrer Verfolgung und zur Tötung vieler dieser Menschen geführt. Es wurden Lebenswege zerstört, Bindungen zerrissen. Steht den Menschen ins Gesicht geschrieben, was ihnen in der Zukunft widerfahren wird oder was in der Vergangenheit geschehen ist? Das Schulmädchen,  der Dorfälteste, der lesende Junge. Die wunderschöne Käthe mit ihrem Hut, die beiden alten Damen. Auch heute, 80 Jahre später findet überall auf der Welt Verfolgung wegen der Zugehörigkeit zu einer anderen Religion, einer anderen Volksgruppe oder auch nur wegen einer anderen Grundeinstellung statt. Millionen Menschen sind auf der Flucht, weil sie in ihrem gesellschaftlichen Umfeld nicht mehr sicher sind, weil andere bestimmen wollen wer dazugehört und wer nicht. Warum nur wollen wir nicht begreifen, dass wir alle aus der Hand ein und desselben Schöpfers kommen, egal wie wir ihn nennen. Die Hautfarbe spielt keine Rolle, wir sind alle Menschen mit dem gleichen biologischen Ursprung. Wir sind alle miteinander verwandt.  

Hier ist die Verknüpfung zu den anderen Bildern dieser Ausstellung. Wir sind alle Teil der Schöpfung. Pflanzen, Tiere, Menschen, alle sind geworden durch Evolution und gehen auf den gleichen Ursprung zurück. Wir sind alle miteinander verbunden und doch jeder auf seine Art einzigartig. Wenn wir die Augen schließen spüren wir unsere Verbundenheit mit der Natur im Rauschen des Windes, im Plätschern des Wassers, im Gesang der Vögel, im Duft der Blumen. Kinder haben oft eine noch unverstellte Beziehung zur Natur. Sie begegnen auch großen Tieren mit Neugier und Interesse. Lassen Sie die Bilder auf sich wirken, spüren Sie Ihren eigenen Erlebnissen mit der Natur nach. Spüren Sie die Ruhe des kleinen Seerosengewässers, den Duft und die Farben der Blumenwiesen, die Leichtigkeit und Sanftheit des Eulenflugs. Wir sind eins mit der Natur, wir sollten sie wertschätzen und nicht zerstören. Mit der Zerstörung der Natur zerstören wir unsere Lebensgrundlage und damit uns selbst. Ohne den Menschen würde sich die Natur schnell wieder regenerieren. Wir schaden also in erster Linie uns selbst. Für die Gläubigen unter uns: Gott schuf den Menschen nach seinem Bilde. Wir sollen uns bemühen, diesem Bild zu entsprechen. Eine nicht immer einfache Aufgabe. Gott gebe, dass wir die Verbundenheit untereinander zu schätzen wissen und in Frieden miteinander leben und dass wir die Schöpfung nach unseren Möglichkeiten schützen und bewahren.

Sie können gerne wiederkommen. Bis zum 25.9.2022 um 18:00 Uhr ist die Ausstellung immer montags, mittwochs und freitags von 9.00 bis 11:00 Uhr und dienstags, donnerstags und samstags von 15:00 Uhr bis 17:00 Uhr geöffnet.

Die Sonntagsgottesdienste am 4.9. um 9.15 Uhr, am 11.9. um 11:00 Uhr und am 25.9. um 11:00 Uhr werden musikalisch besonders gestaltet. Herzliche Einladung an Sie alle.

 

  • DSC05943
  • DSC05954
  • DSC05959
  • DSC05970
  • DSC05972
  • DSC05980
  • DSC05987

Wir nutzen Cookies auf unserer Website. Einige von ihnen sind essenziell für den Betrieb der Seite, während andere uns helfen, diese Website und die Nutzererfahrung zu verbessern (Tracking Cookies). Sie können selbst entscheiden, ob Sie die Cookies zulassen möchten. Bitte beachten Sie, dass bei einer Ablehnung womöglich nicht mehr alle Funktionalitäten der Seite zur Verfügung stehen.