Gemeinsam am Tisch des Herrn
„Gemeinsam am Tisch des Herrn“ feiern evangelische und katholische Christinnen und Christen den Sonntag. Sie teilen nicht nur das Wort Gottes, sondern in der Eucharistie ganz bewusst auch Brot und Wein.
In Frankfurt ist es mittlerweile üblich, dass sich die evangelischen und die katholischen Gemeinden regelmäßig und gegenseitig zu ihren Gottesdiensten einladen. Diese Gottesdienste werden „gemeinsam am Tisch des Herrn“ gefeiert, entweder als evangelischer Abendmahlsgottesdienst oder als katholische Eucharistiefeier.
Im Januar 2025 waren in der Stadtkirche Frankfurt erstmals katholische und evangelische Christen zur gemeinsamen Mahlfeier eingeladen. Anschließend wurden weitere Gottesdienste in den Frankfurter Pfarreien/Gemeinden geplant und durchgeführt.
Der erste Gottesdienst in unserer Pfarrei Sankt Margareta fand am zweiten Fastensonntag 2025 zum Auftakt der Predigtreihe in der Pfarrkirche St. Justinus in Höchst statt. Weitere Gottesdienste folgten am 26. Oktober 2025 in St. Bartholomäus, Zeilsheim, am 9. November 2025 in St. Michael, Sossenheim und am 30. November 2025 in der ev. Kirche, Sindlingen.
Wir freuen uns, wenn viele dieses vertiefte Miteinander im Geist Jesu „eins zu sein“ (Vgl. Joh 17,11) erleben und mitfeiern. Ein besonderes Zeichen dieses Miteinanders und „Eins seins“ im Glauben setzen wir, wenn wir in unseren Gottesdiensten „gemeinsam am Tisch des Herrn“ nicht nur Gottes Wort miteinander teilen, sondern auch Brot und Wein.
In den Nachrichten
Ausführliche Informationen
Die ökumenische Initiative „Gemeinsam am Tisch des Herrn“ hat ihren Ausgangspunkt beim Ökumenischen Kirchentag 2021 (ÖKT 2021) in Frankfurt am Main. Im Vorfeld des Kirchentages gab es intensive Bemühungen, dass bei diesem Kirchentag weitere erkennbare Schritte des Miteinanders in der Ökumene deutlich werden sollen. Auch in der Frage der „Abendmahls- bzw. Eucharistiegemeinschaft“ sollten Fortschritte erreicht werden.
Um in diesem Anliegen im Sinne der evangelisch-katholischen Ökumene voranzukommen entstand die theologisch sehr gut begründete Initiative „Gemeinsam am Tisch des Herrn“. Im Rahmen eines ökumenischen Studientags der „Arbeitsgemeinschaft christlicher Kirchen Zeilsheim“ am 11. September 2025 wurden Interessierte unserer Pfarrei umfassend informiert. Ein Bericht zu dieser Veranstaltung ergänzt diese Informationen.
Im Kern geht es darum, dass eine evangelische Gemeinde ihre katholische Schwestergemeinde zu einem evangelischen Abendmahlsgottesdienst einlädt. Die katholischen Teilnehmenden nehmen, wenn sie das möchten, am Abendmahl teil und empfangen Christus unter beiderlei Gestalt, in Brot/Hostie und Wein.
Ebenso lädt eine katholische Gemeinde ihre evangelische Schwestergemeinde zu ihrer katholischen Eucharistiefeier ein. Die evangelischen Teilnehmenden nehmen, wenn sie das möchten, am eucharistischen Mahl teil und empfangen die Kommunion und ggfs. den Wein.
Die Gottesdienste „gemeinsam am Tisch des Herrn“ sollen „ökumenisch sensibel“ gestaltet werden, d.h. konkret:
- Der/die evangelische/r Pfarrer/in feiert den Abendmahlsgottesdienst zusammen mit einem katholischen Priester oder einem/r Pastoralreferenten/in. Diese/r hält in der Regel die Ansprache und wird auch darüber hinaus in die Gestaltung des Gottesdienstes einbezogen. Ebenso feiert der katholische Priester die Eucharistie zusammen mit dem/r evangelischen Pfarrer/in, der/die in der Regel die Ansprache hält und darüber hinaus in die Gestaltung des Gottesdienstes einbezogen wird.
- Bei der Gestaltung der Gottesdienste wird darauf geachtet, dass beispielsweise die in der Liturgie verwendeten Texte und Lieder das Verbindende und nicht das (noch) Trennende zwischen den beiden Konfessionen betonen.
Die katholische Stadtkirche (kath. Region Frankfurt) und die evangelische Stadtkirche Frankfurt und Offenbach haben diese Initiative nach dem „ÖKT 2021“ konsequent weiter verfolgt und weiter konkretisiert mit dem Ziel einer Verstetigung dieser Praxis in den Pfarreien/Gemeinden.
Im Jahr 2025 fanden in den Monaten Januar und Februar und darüber hinaus in den katholischen Pfarreien und den evangelischen Gemeinden in Frankfurt erstmals Abendmahlsgottesdienste/Eucharistiefeiern „gemeinsam am Tisch des Herrn“ statt, ein kleiner, aber bedeutender Schritt auf dem Weg zur Mahlgemeinschaft und zur Kirchengemeinschaft.
In der Pfarrei Sankt Margareta fanden im Jahr 2025 in den Gemeinden St. Bartholomäus, St. Josef (Pfarrkirche St. Justinus) und St. Michael Eucharistiefeiern „gemeinsam am Tisch des Herrn“ statt. In der evangelischen Kirche in Sindlingen fand ein Abendmahlsgottesdienst „gemeinsam am Tisch des Herrn“ statt.
Die Rückmeldungen an den Verfasser dieser Zeilen waren durchweg positiv. Viele Gottesdienstteilnehmende beider Konfessionen waren davon bewegt, dass diese intensive Form des Miteinanders in der Mahlgemeinschaft nun möglich ist und regelmäßig praktiziert werden soll.
Im Jahr 2026 finden nach derzeitigem Planungsstand (Dezember 2025) in den Gemeinden Höchst, Sindlingen, Sossenheim und Zeilsheim je eine katholische Eucharistiefeier und je ein evangelischer Abendmahlsgottesdienst „gemeinsam am Tisch des Herrn“ statt.
M. Ickstadt, Pastoralreferent (Stand: 9. Januar 2026)


