Sankt Margareta Frankfurt

ausBlick Juni 2020 - Grußwort I

Pfingsten in den Zeiten von Corona

lock down          –          lock in          –           lock out

Etwas Unsichtbares hat sich ausgebreitet, schwer zu begreifen, aber wir können ihm nicht aus dem Weg gehen – und damit meine ich nicht primär das Corona Virus.

lost places quadratisch

Mit der Pandemie haben sich Angst und Verunsicherung ausgebreitet: es hat unser bisheriges Leben, unsere Planungen schmerzlich auf den Kopf gestellt.

Dabei, so wird gesagt, sind die Möglichkeiten sich davor zu schützen relativ einfach: Bleib Zuhause: Stay at Home; halte Abstand; persönliche Kontakte nur, wenn unbedingt nötig, dann aber immer nur mit Mund-Nasenschutz, nicht aber ins Gesicht fassen (machen wir das nicht unbewusst -zigmal am Tag?)

Wenn ich an Pfingsten denke, könnte ich mir vorstellen, dass es den Jüngern nach der Kreuzigung Jesu ähnlich erging: Stay at Home, ängstlich hinter verschlossenen Türen. Alle Zukunftspläne waren plötzlich nichtig. Und dann kam Pfingsten, sie verstanden plötzlich, das mit der Auferstehung und die damit verbundene frohe Botschaft. Das gab Ihnen Sicherheit. Die Angst war überwunden, sich im Freundes- und Bekanntenkreis lächerlich zu machen, angefeindet, ja politisch verfolgt und mit dem Tod bedroht zu werden. Ja, sie waren angesteckt: angesteckt vom Heiligen Geist. Sie waren so erfüllt von der frohen Botschaft, dass sie es nicht für sich behalten konnten. Sie mussten es allen erzählen. Dabei müssen sie so authentisch gewesen sein, dass jeder sie verstand, egal welche Sprache man sprach. Und sie waren ansteckend, so ansteckend, dass sich die religiösen Führer bedroht fühlten und sie verfolgten.

Aber die Verbreitung der frohen Botschaft ließ sich nicht aufhalten, seit nunmehr über 2000 Jahren.

Corona-Pandemie, der Lock-down, hat unseren Alltag ganz wesentlich verändert.
Gefühlt ausgesprochen unangenehm, gab es uns aber in dieser rastlosen Zeit des: „Zeit ist Geld“ und „Geiz ist geil“ auch unverhofft Zeit und Muße zum Nachdenken:
Was vermisse ich wirklich, was ist mir wirklich wichtig? Was macht mich zufrieden, glücklich? Was gibt meinem Leben Sinn?

Positive Erfahrungen: Zeit für die Familie, wohltuende Nachbarschaftshilfe, die Wertschätzung sozialer Kontakte und Berufe, ein (erzwungener) umweltschonender und schöpfungsbewahrender Lebensstil, Atempause für das Klima.

Was bleibt aber im Lock-out, wenn die Lebenssituation sich allmählich normalisiert?  Was ist mit unserem Denken und Handeln, unserem Wissen und unseren tatsächlichen Verhalten? Werden sie weiterhin auseinanderdriften? Kehren wir zurück zu unserem alten: „business as usual“ oder sind wir angesteckt von den positiven Erfahrungen mit gelebten christlichen Werten?

Kommt, lasst uns anstecken,
mit unseren Ideen,
mit unserem Lachen,
mit unserer Zuversicht
und unserer Kreativität,
lasst uns eine Pandemie der frohen Botschaft auslösen!

Dr. Dr. Oswald Bellinger, Mitglied des Pfarrgemeinderates

 

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