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Sankt Margareta Frankfurt

Impuls Dezember 2023

  Eine Pause tut gut, eine Pause zum Kraft schöpfen, eine Pause zur Neuorientierung, eine Pause, um sich der Mitlebenden zu versichern, eine Pause den Weg nicht zu verlieren, eine Pause für ...

Martin Sauer 100x100 Foto Studio HoffmannDie Deutschen haben wieder eine Sehnsucht nach Romantik. Lange belächelt und als antiquiert abgetan, wächst der Wunsch nach Idylle und einer heimeligen Atmosphäre, in der alles in Ordnung zu sein scheint. Mensch und Natur, Transzendenz und Immanenz in einer vertrauten Gemeinsamkeit.

Anlässlich der erlebbaren Folgen eines Klimawandels, der kriegerischen Auseinandersetzung in und vor den Türen Europas, der Frage nach Flucht und Vertreibung und dem Umgang mit den Menschen, die es betrifft, scheint die neue Hommage an diese Epoche geradezu verständlich zu sein.

Erst recht, wenn es um die Weihnachtszeit geht, die fast Inbegriff des romantischen Weltbildes vieler Generationen ist. Die heil(ig)e Familie in vertrauter Atmosphäre eines schönen Stalles.

Natürlich wissen wir, dass es damals alles andere als romantisch war. Eine hochschwangere Frau auf einen beschwerlichen Weg zu schicken, ohne die Gewissheit ein Dach über dem Kopf zu haben, vielleicht ein way of no return? Dennoch: die künstlerischen Gestalter über viele Jahrhunderte hinweg hatten meist ein Faible für diesen liebevollen Break in den Wirren einer damaligen Welt, die ebenso wie heute gerade in einer Unordnung war, obwohl der Grund dieser Unordnung eigentlich der Wunsch nach Ordnung war, nämlich das Volk zu zählen, um Steuern einzutreiben.

Ich habe mich deshalb für ein romantisierendes Bild als Weihnachtsbild entschieden. Es hängt in einem der schönsten Loireschlösser, Villandry, nahe Tours. Leider habe ich den Maler nicht mehr notiert.

Vielleicht brauchen wir als christliche Gemeinschaft gelegentlich diesen friedvollen Blick auf die Menschen, mit den wir leben, um durchatmen zu können. Es bedarf auch immer einmal des gutmütigen und warmen Hinschauens auf uns selbst, dass wenigstens das Gefühl vermittelt, das wir in vertrauter Gemeinsamkeit mit dem Retter der Welt, dem kleinen Kind, Jesus, sind.

Ganz pauschal meint das: Eine Pause tut gut. Eine Pause zum Kraft schöpfen, eine Pause zur Neuorientierung, eine Pause, um sich der Mitlebenden zu versichern, eine Pause den Weg nicht zu verlieren, eine Pause für ...

Ich wünsche Ihnen, dass Sie eine romantische Pause an Weihnachten in unserer sich stark verändernden Gesellschaft finden, um alle Umstrukturierungen und Transformationen mit zu gestalten und den Blick auf die Realitäten zu behalten.

Herzlich grüße ich Sie mit den besten Wünschen für das bevorstehende Weihnachtsfest.

Ihr Martin Sauer, Pfarrer von Sankt Margareta

 

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